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Kriminalität: Mord und Totschlag sind die Ausnahmen

Kriminalität : Mord und Totschlag sind die Ausnahmen

Das Gewaltverbrechen an der 16-jährigen Triererin hat die Menschen entsetzt. Viele haben sich im Internet geäußert. Eine Meinung taucht häufig auf: Es wird auch in der Region Trier immer gefährlicher. Stimmt das eigentlich?

Trier. Wenn Politiker und Polizeichefs im Frühjahr die Kriminalstatistik für das zurückliegende Jahr präsentieren, fällt ein Satz immer wieder: "Unsere Bevölkerung lebt in einem sicheren Land." Das sagen auch der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) und Triers Polizeipräsident Lothar Schömann. Aber stimmt das auch? Oder wiegen uns die Verantwortlichen in Sicherheit, obwohl die Realität eine ganz andere ist?
Die Verbrechen, die die größten Schlagzeilen machen, sind (versuchter) Mord und Totschlag. Im Bereich des Polizeipräsidiums Trier gab es in den vergangenen zwei Jahren jeweils zehn Fälle. Im Jahr davor gab es 19 sogenannte Straftaten gegen das Leben, 2010 waren es 31, im Jahr davor 22. Mit anderen Worten: Die Zahl der Gewaltverbrechen mit tödlichem Ausgang war in der Region Trier schon einmal deutlich höher als zuletzt. Und: Die Aufklärungsquote bei Mord und Totschlag ist hoch, sie liegt zwischen 90 und 100 Prozent.
Bei den sogenannten Rohheitsdelikten, zu denen Raub, Körperverletzung und Freiheitsberaubung zählen, sind die Straftaten in den vergangenen Jahren ebenfalls zurückgegangen. 2014 registrierten die regionalen Statistiker etwa 5000 Fälle. Acht Jahre zuvor waren es noch noch knapp 600 Fälle mehr. "Diese Entwicklung ist zwar auf den ersten Blick begrüßenswert", sagt Polizeisprecher Uwe Konz. Dennoch handele es sich um Gewalt- und Aggressionskriminalität mit Betroffenen, die teilweise massive körperliche und seelische Folgen davontrügen.
Die Aufklärungsquote bei den Rohheitsdelikten ist ähnlich hoch wie bei Mord und Totschlag. Dass ein Kapitalverbrechen nicht aufgeklärt wird, ist die Ausnahme. Spektakuläre Fälle der Vergangenheit waren der mysteriöse Vermisstenfall Tanja Gräff oder der Mord an der Prostituierten Simone Dewenter. Bei anderen Gewaltverbrechen - wie im Fall Lolita Brieger oder dem Raubmord an dem Mehrener Niederlassungsleiter - dauerte es viele Jahre oder sogar Jahrzehnte, bis Täter oder Tatverdächtige ermittelt wurden.