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Mordfall Lolita Brieger: Suche nach Leichnam verzögert sich

Mordfall Lolita Brieger: Suche nach Leichnam verzögert sich

Die seit 29 Jahren vermisste Eifelerin Lolita Brieger wurde ermordet, glaubt die Staatsanwaltschaft und hat deren ehemaligen Freund am Freitag verhaften lassen. Wann mit der Suche nach dem Leichnam der Frau begonnen wird, ist noch offen.

Trier/Scheid. Wo ist die Leiche der nach Angaben eines Zeugen im November 1982 ermordeten und bislang als vermisst geltenden Lolita Brieger versteckt? Und werden die Ermittler nach 30 Jahren noch etwas von dem Leichnam finden? Zwei Fragen, auf die es in dieser Woche offensichtlich noch keine Antworten geben wird. Denn nach Aussage des Leitenden Trierer Oberstaatsanwalts Jürgen Brauer wird es "in dieser Woche keine Suche geben". Als Grund verweist der Chef-Ermittler auf die "größeren Vorbereitungen", die notwendig seien. Welche das sind, verrät Brauer nicht.
Auch über den Ort, an dem der mutmaßliche Mörder Lolita Briegers Leichnam versteckt haben soll, sagt Brauer nur: "irgendwo im Grenzgebiet zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen."
Dort war die 18-Jährige auch vor 29 Jahren zum letzten Mal lebend gesehen worden. Sie wohnte damals in Frauenkron, ihr drei Jahre älterer Freund nur wenige Kilometer entfernt im zum Vulkaneifelkreis gehörenden Ort Scheid. Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher, dass der Landwirt seine Freundin seinerzeit getötet hat. Der Durchbruch gelang den Ermittlern aber erst jetzt, nachdem die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" über den mysteriösen Vermisstenfall berichtet hatte. Nach mehreren Hinweisen stießen die Mord-Ermittler auf einen Zeugen, der einräumte, dem Tatverdächtigen damals beim Beseitigen der Leiche geholfen zu haben. Offenbar waren die Angaben des Mannes so glaubhaft, dass sie den heute 50-jährigen ehemaligen Freund Lolita Briegers sofort verhaften ließen. Er war nach Angaben aus Polizeikreisen schon vor 29 Jahren im Visier der Fahnder, doch außer Indizien hatten die Ermittler gegen den Mann nichts in der Hand.
"Wir sagen derzeit nichts"

 Lolita Brieger. Foto: Polizei
Lolita Brieger. Foto: Polizei


Seit Freitag sitzt der Mann nun in Untersuchungshaft. Sein Rechtsanwalt Heinz Neuhaus (Bitburg) sagte am Montag unserer Zeitung: "Wir wollen derzeit dazu nichts sagen, müssen erst einmal die Ermittlungsakten einsehen."
Nach Informationen unserer Zeitung ist der Tatverdächtige geschieden und Vater eines Sohnes. Als Lolita Brieger im November 1982 verschwand, war sie im sechsten Monat schwanger - angeblich von ihrem damaligen Freund.
Der Mann, der den Ermittlern den womöglich entscheidenden Hinweis gab, muss keine Ermittlungen fürchten. Er habe sich zwar der Strafvereitelung schuldig gemacht, sagt Chef-Ermittler Brauer, aber die Straftat sei inzwischen verjährt. sey