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Mordprozess geht in die Verlängerung

Mordprozess geht in die Verlängerung

TRIER. Der Mordprozess gegen einen 45 Jahre alten Mann aus Nittel (Kreis Trier-Saarburg) geht in die Verlängerung. Ursprünglich sollte bereits morgen das Urteil gesprochen werden.

Schafft sie's, oder schafft sie's nicht? Für Irmtrud Finkelgruen, die Vorsitzende Richterin der für die spektakulären Kriminalfälle der Region zuständigen Ersten Großen Trierer Strafkammer, läuft unweigerlich der Countdown. Am Donnerstag kommender Woche, Punkt 24 Uhr, muss die 65-jährige Juristin ihre Robe an den Nagel hängen - Ende einer langen Richterinnenkarriere. Verlängerung um ein, zwei Tage - unmöglich. Es muss für Irmtrud Finkelgruen ein komisches Gefühl sein, dass - seit dem ersten Prozesstag gegen den wegen Mordes an seiner Ehefrau angeklagten Thomas B. - eine zusätzliche Richterin neben ihr und ihren vier Kollegen auf der Bank sitzt. Die so genannte Ergänzungsrichterin ist eine Art Rückversicherung für den Fall des Falles. Säße sie nicht da, müsste der Mordprozess komplett neu aufgerollt werden, wäre er bei Finkelgruens Pensionseintritt noch nicht beendet. So aber kann die Chef-Richterin eigentlich gelassen sein. Doch es ist ihr anzumerken, dass sie den Indizienprozess gegen Thomas B. unbedingt noch selbst beenden will. Eigentlich sollte schon morgen das Urteil fallen - am zwölften Prozesstag. Seit gestern aber steht fest: Mindestens noch drei weitere Verhandlungstage sind nötig - terminiert auf Dienstag, Mittwoch und Donnerstag kommender Woche. Geht alles nach (Finkelgruens) Plan, "prozessiert" die Grande Dame der Trierer Justiz somit bis zur buchstäblich letzten Stunde ihres Berufslebens. Ein Urteil zu vorgerückter Stunde wäre dabei für Finkelgruen nichts Ungewöhnliches - nur um Mitternacht muss sie durch sein.