Motto: Augen zu und durch

Es ist wenig verwunderlich, dass auch das größte Prestigeprojekt der Landesregierung nicht vor der Finanzkrise verschont geblieben ist. Der Düsseldorfer Projektentwickler hatte Schwierigkeiten, sein 80-Millionen-Engagement durch Kredite bei den aufgrund der Krise zögerlichen Banken zu gewährleisten.

Mag sein, dass die Probleme beseitigt sind. Doch es stellt sich die Frage, ob für das seit jeher von hohen Risiken begleitete Projekt "Nürburgring 2009" durch die Landeshilfe nicht eine weitere bedrohliche Komponente hinzugekommen ist. Denn in letzter Konsequenz muss das Land eventuell mit noch mehr öffentlichen Mitteln einspringen, als ohnehin schon fließen.

Die Landesregierung verfolgt den hehren Plan, die strukturschwache Eifel zu fördern und dort Arbeitsplätze zu schaffen. Der Ring stellt dabei einen weltweit bekannten Mythos dar, den es zu nutzen gilt. Die Summe der Steuergelder, die am Ring eingesetzt werden, erreicht allerdings eine unerträgliche Dimension. Immerhin ist das Land bereits über die Nürburgring GmbH bei Investitionen von 135 Millionen Euro mit im Boot. Die Regierung gerät nun dadurch, dass sie auch dem Privatinvestor noch den Rücken freihalten musste, weiter in Bedrängnis. Schließlich klaffen bereits riesige Löcher im Landeshaushalt, die nicht gestopft werden können. Und es gibt erheblichen Investitionsbedarf an anderer Stelle, etwa bei den Flughäfen Hahn und Zweibrücken.

Aus dem Projekt "Nürburgring 2009" auszusteigen, geht nicht mehr. Die Bauten sind bereits weit fortgeschritten, im Juni soll Eröffnung sein. Deshalb kann das Motto nur lauten: "Augen zu und durch". Eines Tages werden die politisch Verantwortlichen Rechenschaft darüber ablegen müssen, ob ihre gigantische Wirtschaftsförderung richtig war. Allen voran keineswegs Finanzminister Ingolf Deubel als Aufsichtsratschef der Nürburgring GmbH, sondern vielmehr der heimliche "spiritus rector", Martin Stadelmaier. Der Chef der Staatskanzlei schickt gerne andere vor, beim Ring Deubel - dabei ist er es, der im Hintergrund die Fäden zieht.

f.giarra@volksfreund.de

Meinung

Motto: Augen zu und durch

Es ist wenig verwunderlich, dass auch das größte Prestigeprojekt der Landesregierung nicht vor der Finanzkrise verschont geblieben ist. Der Düsseldorfer Projektentwickler hatte Schwierigkeiten, sein 80-Millionen-Engagement durch Kredite bei den aufgrund der Krise zögerlichen Banken zu gewährleisten. Mag sein, dass die Probleme beseitigt sind. Doch es stellt sich die Frage, ob für das seit jeher von hohen Risiken begleitete Projekt "Nürburgring 2009" durch die Landeshilfe nicht eine weitere bedrohliche Komponente hinzugekommen ist. Denn in letzter Konsequenz muss das Land eventuell mit noch mehr öffentlichen Mitteln einspringen, als ohnehin schon fließen. Die Landesregierung verfolgt den hehren Plan, die strukturschwache Eifel zu fördern und dort Arbeitsplätze zu schaffen. Der Ring stellt dabei einen weltweit bekannten Mythos dar, den es zu nutzen gilt. Die Summe der Steuergelder, die am Ring eingesetzt werden, erreicht allerdings eine unerträgliche Dimension. Immerhin ist das Land bereits über die Nürburgring GmbH bei Investitionen von 135 Millionen Euro mit im Boot. Die Regierung gerät nun dadurch, dass sie auch dem Privatinvestor noch den Rücken freihalten musste, weiter in Bedrängnis. Schließlich klaffen bereits riesige Löcher im Landeshaushalt, die nicht gestopft werden können. Und es gibt erheblichen Investitionsbedarf an anderer Stelle, etwa bei den Flughäfen Hahn und Zweibrücken. Aus dem Projekt "Nürburgring 2009" auszusteigen, geht nicht mehr. Die Bauten sind bereits weit fortgeschritten, im Juni soll Eröffnung sein. Deshalb kann das Motto nur lauten: "Augen zu und durch". Eines Tages werden die politisch Verantwortlichen Rechenschaft darüber ablegen müssen, ob ihre gigantische Wirtschaftsförderung richtig war. Allen voran keineswegs Finanzminister Ingolf Deubel als Aufsichtsratschef der Nürburgring GmbH, sondern vielmehr der heimliche "spiritus rector", Martin Stadelmaier. Der Chef der Staatskanzlei schickt gerne andere vor, beim Ring Deubel - dabei ist er es, der im Hintergrund die Fäden zieht. f.giarra@volksfreund.de