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Müllstreit beigelegt: In der Region Trier gibt es Biotüten statt Tonnen

Müllstreit beigelegt: In der Region Trier gibt es Biotüten statt Tonnen

Überraschende Einigung im Müllstreit zwischen Land und regionalem Abfallverband: In der Region Trier wird es auch in Zukunft keine Biotonne geben. Statt dessen sollen die Bürger ihre Küchenabfälle bei Grüngutsammelstellen abgeben. Freiwillig und unentgeltlich.

Damit hatten wohl nur noch wenige gerechnet: Nach monatelangem Streit über die Einführung einer Biotonne haben sich die für Abfallwirtschaft zuständige SGD Nord und der regionale Abfallzweckverband RegAb doch noch auf einen Kompromiss geeinigt. Das teilten am Dienstagabend die Mainzer Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) und der Bernkastel-Wittlicher Landrat Gregor Eibes (CDU) mit.

Danach wird es in der Region Trier auf absehbare Zeit keine Biotonne geben. Die Bürger sollen ihre Speise- und Küchenabfälle statt dessen in kompostierbaren Tüten sammeln und bei einer der 84 regionalen Grüngut8stellen abgeben. Weder für die Tüten noch für deren Abgabe müsse der Verbraucher zahlen, verspricht RegAb-Geschäftsführer Maximilian Monzel. Die Sammelbeutel soll es an den Ausgabestellen der gelben Säcke geben.

Ob in den Kommunen, wo Grüngut abgeholt wird, künftig auch die Biotüten abgefahren werden, steht noch nicht fest.
Seit Januar gilt bundesweit die Getrenntsammelpflicht für Bioabfälle. Obst- oder Essensreste gehören seitdem nicht mehr in den Hausmüll, sondern müssen separat entsorgt werden. Zu den entschiedensten Gegnern zählte in der Vergangenheit die Region Trier. Die Verantwortlichen des Abfallzweckverbands argumentierten, dass ihr Entsorgungsmodell ohne Biotonne den Anforderungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes entspreche. Die Aufsichtsbehörde verneinte dies allerdings.
Bis Dienstag sah es so aus, als müsste ein Gericht über den Streit entscheiden. Einige CDU-Politiker hatten sich die Biotonne schon als Wahlkampfthema auserkoren.

Der Kompromiss sieht vor, dass auch die Sortierung der Anlage in Mertesdorf verfeinert wird. Ein Fachbüro soll die Maßnahmen wissenschaftlich begleiten. Ob am Ende auch die Müllgebühren steigen, ist noch offen.