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Müssen Fußgängerzonen sicherer gemacht werden?

Kriminalität : Nach Amokfahrt in Trier: Müssen Fußgängerzonen sicherer gemacht werden?

Wie kann verhindert werden, dass sich eine Tat, wie die die Amokfahrt durch die Trierer Fußgängerzone, wiederholt? Es wird darüber diskutiert, ob Fußgängerzonen besser gesichert werden müssen. Roger Lewentz setzt das Thema auf die Agenda der Innenministerkonferenz.

Die Städte in Rheinland-Pfalz prüfen nach der Amokfahrt von Trier, Innenstädte und Fußgängerzonen sicherer machen können. Das teilte der rheinland-pfälzische Städtetag mit. „Auch wenn man eine schreckliche Einzeltat vermutlich nie ganz wird verhindern können, schauen wir gemeinsam mit allen Städten, ob Erkenntnisse aus den Ermittlungen zur Vorbeugung beitragen können“, sagte der Vorsitzende des Städtetags, der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling. „Die vollkommen sinnlose Tat eines Einzelnen zerstört in Sekunden und völlig unvorbereitet das Leben vieler Menschen, trifft das Herz einer ganzen Stadt“, so der SPD-Politiker.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz äußerte sich am Morgen im Interview mit dem Deutschlandfunk skeptisch, was mehr Schutz in Fußgängerzonen angeht. Er wies die Kritik zurück, wonach die Fußgängerzone in Trier besser hätte gesichert werden müssen. Solche Bereiche müssten für den Lieferverkehr und Rettungsfahrzeuge befahrbar sein. Wenn das Auto zur Mordwaffe werde, könne man das als Staat nicht zu 100 Prozent unterbinden, sagte Lewentz.

Ähnlich äußerte sich bereits am Dienstagabend Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe. „Es gibt keine absolute Sicherheit“, sagte er. Man könne die Fußgängerzone nicht komplett absperren. Nur an einer Zufahrtsstraße steht bislang ein versenkbarer Poller. Ohne Corona-Pandemie gäbe es derzeit auf dem Hauptmarkt und vor dem Dom einen Weihnachtsmarkt. In den zurückliegenden drei Jahren wurden an allen Zufahrtsstraßen als Schutz vor Fahrzeugen stets Betonpoller und andere Hindernisse aufgebaut. „Aber ohne Weihnachtsmarkt gab es dafür in diesem Jahr keinen Grund“, sagte Leibe.

Die Trierer Fußgängerzone ist für den Lieferverkehr und damit Fahrzeuge generell problemlos erreichbar. Auch für Rettungswagen müssten die Bereiche offen sein, sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD), der betonte: „Wenn das Auto zur Mordwaffe wird, dann sind die Möglichkeiten es einzusetzen fast grenzenlos. Der Staat wird dieses Risiko nie zu 100 Prozent unterbinden können.“ Welche Schlüsse zu ziehen seien, müsse gemeinsam mit den kommunalen Verantwortlichen aufgearbeitet werden, äußerte Lewentz, der die Amokfahrt von Trier auch zum Thema bei der Innenministerkonferenz in der kommenden Woche machen will.

Nach den Anschlägen in Frankreich 2015 seien schnell Sicherungsmaßnahmen für Großveranstaltungen getroffen worden, räumte Lewentz ein. „Die Ausstattung der Polizei wurde erweitert. In jedem Streifenwagen haben wir heute Schutzausrüstung für lebensbedrohliche Einsatzlagen mit entsprechender Bewaffnung."