Mutmaßlicher Vergewaltiger aus dem Eifelkreis nach mehr als acht Jahren gefasst

Mutmaßlicher Vergewaltiger aus dem Eifelkreis nach mehr als acht Jahren gefasst

Dank moderner DNA-Analysemethoden konnte die Staatsanwaltschaft Trier nun einen Verbrecher aus dem Eifelkreis überführen, nach dem seit 2007 intensiv gefahndet worden war - unter anderem mit dem größten Massengentest der Region und der Sendung Aktenzeichen XY...ungelöst.

Ein Mann hatte am 11. Mai 2007 in Seiwerath (Eifelkreis Bitburg-Prüm) eine Autopanne vorgetäuscht, an einem Haus geklingelt - angeblich, um zu telefonieren - und die 42-jährige Frau, die ihm die Türe öffnete zu Boden gedrückt und brutal vergewaltigt.

Achteinhalb Jahre nach der Tat ist der mutmaßliche Täter verhaftet worden. Der 58-Jährige aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm, der am Dienstag verhaftet wurde, habe die Tat bereits gestanden, teilte die Staatsanwaltschaft Trier am Mittwoch mit.

Nach der Vergewaltigung war der Mann unerkannt geflüchtet, hatte aber am Tatort DNA-Spuren hinterlassen. Daher starteten die Ermittler 2008 einen sogenannten Reihen-Gentest, bei dem rund 620 Männer aus Seiwerath und den umliegenden Orten Speichelproben abgaben. Dabei konnte der Täter nicht ermittelt werden. Auch die Veröffentlichung eines Phantombildes und die Ausstrahlung des Falls in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY...ungelöst" 2011 brachten keinen Erfolg.

Ein DNA-Treffer ergab sich dann schließlich bei dem 58-Jährigen, nachdem er im Mai dieses Jahres vom Amtsgericht Bitburg wegen einer anderen Sexualstraftat zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war: Er hatte eine behinderte junge Frau missbraucht und war deswegen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Da zu fürchten war, dass er erneut ähnliche Taten begehen könnte, schrieb die Staatsanwaltschaft ihn an und fragte, ob er in die Entnahme einer DNA-Probe einwilligt. Das tat er - wohl wissend, dass dies sonst per richterlichem Beschluss erwirkt würde. Routinemäßig wurde diese Probe laut Staatsanwaltschaft in die DNA-Analysedatei des Bundeskriminalamts eingespeist und mit anderen Proben abgeglichen. Volltreffer.

"Das ist schon ein außergewöhnlicher Fall", sagt der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen - und auch ein Beleg dafür, welch wichtiges kriminalistisches Instrument der DNA-Abgleich sei.
Der Eifeler war damals nicht von dem Reihengentest erfasst worden, weil er nicht in einem der in die Untersuchungen einbezogenen Orte lebte. Laut Fritzen wohnte er allerdings auch nicht sehr weit von seinem Opfer entfernt. Mos/dpa

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