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Nach Amokfahrt in Trier: Hilfe für Betroffene und für Kinder

Beratung : Nach Amokfahrt in Trier: Hier gibt es Hilfe für alle, die trauern und unter Schock stehen

Der Schock sitzt tief nach der Amokfahrt von Trier. Wir haben zusammengetragen, wo sich Hilfesuchende hinwenden können.

So viele Opfer. So sinnlose Gewalt. Die Amokfahrt eines 51-Jährigen durch die Trierer Innenstadt hat viele Menschen zutiefst erschreckt – insbesondere jene, die vor Ort waren und die Gewalttat mitansehen mussten. Viele empfinden Trauer, Wut und Hilflosigkeit. Vor allem Kindern fällt es schwer, das Ganze zu verarbeiten.Wer Hilfe sucht, findet sie hier:

Neue Hilfshotline: Detlef Placzek, Opferbeauftragter des Landes Rheinland-Pfalz möchte den Betroffenen in Trier im Umgang mit ihren Erfahrungen nun beistehen. „Es braucht jetzt niedrigschwellige Hilfen. Je eher Menschen, die einer traumatischen Erfahrung ausgesetzt waren, Unterstützung erhalten, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, posttraumatische Erkrankungen zu mildern“, teilt er mit.

Ersthelferinnen, Ersthelfer und Betroffene erhalten psychosoziale Unterstützung über die Notfall-Hotline: 0800/0010218.

Für die medizinische und finanzielle Versorgung der Ersthelferinnen und Ersthelfer sowie für die Einsatzkräfte der Hilfeleistungsunternehmen ist die Unfallkasse Rheinland-Pfalz als gesetzliche Unfallversicherung zuständig.

Hinweise zum Täter: Personen, die Hinweise und Aussagen zum Tathergang geben können, wenden sich bitte an die Polizei Trier unter der Nummer: 0651/97792480

Sie brauchen jemanden zum Reden. Jemanden, der zuhört? Die Angebote der Telefonseelsorge unter dem Motto „Anonym. Kompetent. Rund um die Uhr“ unter telefonseelsorge.de. Die Nummer der Telefonseelsorge ist bundesweit: 0800-111 0 111, 0800-111 0 222 oder 116 123. Der Anruf ist kostenfrei.

Auch der psychosoziale Krisendienst für die Region Trier kann Hilfe bieten unter 0651/715517. Dieser ist nur an Wochenenden und Feiertage erreichbar.

Lebensberatung: Unter www.lebensberatung.info wird im Laufe des Tages eine Seite mit weiteren Informationen angelegt. Dort finden dann Menschen, denen das Geschehen zu schaffen macht, Infos zum eigenen Umgang mit einem solchen Ereignis oder zu der Frage, wie man mit Kindern darüber redet. Die Lebensberatungsstellen im Umfeld von Trier sind auf Gespräche zur Stabilisierung und bei Bedarf auf Weiterverweisung an therapeutische Angebote eingestellt.

Die Lebensberatungsstellen der Region sind unter folgenden Telefonnummern erreichbar. Trier: 0651/75885, Bitburg: 06561/8987, Hermeskeil: 06503/6031, Wittlich: 06571/4061, Saarburg: 06581/2097.

Persönliche Gespräche sind ebenso möglich wie Telefonate oder Videotelefonate.

Für Menschen, die psychotherapeutische Hilfe nach dem Amoklauf brauchen, gibt es im Brüderkrankenhaus Trier zum einen die Opfer-Schutzambulanz, an die sich Betroffene, aber auch Augenzeugen des Amoklaufes wenden können. Daneben gibt es die BG-Ambulanz für arbeitsbedingte psychische Erkrankungen bzw. Menschen, die im Rahmen ihrer Arbeitstätigkeit ein traumatisches Ereignis erlebt haben. Beide Anlaufstellen sind telefonisch unter 0651/208 2251 zu erreichen.

Für Kinder, Jugendliche und besorgte Eltern steht der Kinderschutzdienst Trier bereit unter Telefon: 0651/999366180.

Der Kinderschutzbund Trier bietet zudem eine Trauergruppe für Kinder an, Telefon: 0651/999366141.

Auch die Nummer gegen Kummer bietet professionelle Beratung in Notlagen: Junge Menschen finden telefonisch am Kinder- und Jugendtelefon unter 116111 Rat, Hilfe, Trost und Unterstützung. Müttern, Vätern oder Großeltern und anderen Erziehenden steht mit dem Elterntelefon unter 0800/111 0 550 ebenfalls ein qualifiziertes Beratungsangebot zur Verfügung.

Auch unter psychotraumanetz-aktrier.org/hilfe-in-aktueller-notsituation werden im Laufe des Tages Infos für Betroffene eingestellt. Eine erste Notfallnummer mit 24h-Hotline: 08000010218.

Weitere Infos zum Umgang mit Trauer und Schock gibt es unter: www.bistum-trier.de/home/triertrauert

Auch der Weiße Ring unterstützt Opfer der Amokfahrt von Trier. „Niemand muss in so einer Situation allein bleiben“, sagt Werner Keggenhoff, Landesvorsitzender des Weißen Rings in Rheinland-Pfalz. Noch am Dienstag haben die ehrenamtlichen Mitarbeiter mit der Betreuung von Betroffenen begonnen.

Das Opfer-Telefon ist unter der bundesweiten und kostenfreien Rufnummer 116006 erreichbar (täglich 7 bis 22 Uhr) oder per E-Mail an opferhilfe@weisser-ring.de.

Unter dem Stichwort „Opferhilfe für Trier“ ist ein Spendenkonto des Weißen Rings bei der Deutschen Bank (BIC DEUTDE5MXXX), IBAN DE26 5507 0040 0034 3434 00, eingerichtet.

Seelsorgliche Begleitung für die Verletzten in den Krankenhäusern und ihre Angehörigen bietet die Krankenhauspastoral in der Trierer Innenstadt direkt vor Ort im Mutterhaus Trier und dem Brüderkrankenhaus Trier.

Das Hilfsangebot, das die Stadt kurzfristig nach der Tat im Trierer Theater eingerichtet hatte, existiert nach Auskunft des Rathauses inzwischen nicht mehr.

Weitere Infos und einen Artikel wie man Kindern dabei helfen kann, die Geschehnisse zu verarbeiten, lesen Sie hier.