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Nach Horror-Unfall auf der A1: Staatsanwalt klagt Geisterfahrerin an

Nach Horror-Unfall auf der A1: Staatsanwalt klagt Geisterfahrerin an

Eine 61-jährige Geisterfahrerin hat im Oktober vergangenen Jahres auf der A1 einen Vater und zwei seiner Kinder in den Tod gerissen. Demnächst steht die Daunerin wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung vor Gericht.

Wie es zu dem Horror-Unfall am 15. Oktober vergangenen Jahres gekommen ist, das wisse sie nicht mehr. Ab dem Moment, in dem sie falsch vom Rastplatz Rivenich (Kreis Bernkastel-Wittlich) an der A1 gefahren sei und dann als Geisterfahrerin einen Vater und zwei seiner Kinder in den Tod riss, habe sie keine Erinnerung mehr, sagt der Anwalt der 61-Jährigen, Hans-Josef Ewertz.

Die Trierer Staatsanwaltschaft hat die Daunerin wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und Gefährdung des Straßenverkehrs angeklagt. Nach Erkenntnissen der Ermittlern, war die Frau, die sich nach einem Arztbesuch in Trier mit einem Bekannten in der Nähe von Hetzerath treffen wollte, an jenem Montag auf der Autobahn Richtung Wittlich unterwegs und fuhr dann auf den Rastplatz.

Dort telefonierte sie mit dem Bekannten und fuhr danach zunächst in falscher Richtung vom Rastplatz. Sie wendete - vermutlich weil sie die Zufahrt-Verboten-Schilder gesehen hatte - und rollte mit ihrem Auto erneut über den Parkplatz in Richtung Wittlich.

Danach folgte laut dem Leitenden Oberstaatsanwalt Jürgen Brauer der "dramatische" Fahrfehler aus Unsicherheit. Anstatt sich geradeaus über die Beschleunigungsspur in den fließenden Verkehr einzufädeln, bog die Frau direkt am Ende des Rastplatzes scharf links ab und in falscher Richtung auf die Autobahn. <252>Einige Autofahrer konnten der Geisterfahrerin, die mit 80 Stundenkilometern auf der Überholspur fuhr, ausweichen. Ein Familienvater aus Bad Ems, der mit seinen vier Kindern unterwegs war, bremste noch.

Doch der Unfall war nicht mehr zu vermeiden: Mit 100 Stundenkilometern raste er in den Golf der Daunerin. Der 31-Jährige, eine Tochter (9) und ein Sohn (7) starben, die beiden anderen Töchter, vier und zehn, überlebten wie die Geisterfahrerin schwerstverletzt. Vermutlich seien der Fahrer und das Kind auf dem Beifahrersitz nicht angeschnallt gewesen. Laut Brauer gibt es keine Hinweise, dass die Frau betrunken war, Drogen oder Tabletten genommen hatte. Ebenso habe keine Selbstmordabsicht bei der Frau bestanden.