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Nach Kritik an überlasteten Leitungen: Land weitet Anrufzeiten für Impf-Terminvergabe aus

Pandemie : Anmeldung zur Corona-Impfung: Land reagiert auf Beschwerden

Rund 13 000 Menschen in Rheinland-Pfalz sind bislang erst geimpft. Terminvereinbarungen über Internet oder per Telefon klappen oft nicht. Die Anrufzeiten werden deshalb ausgeweitet.

Mehrere Hundert Menschen in der Region werden am Donnerstag in den vier Impfzentren in Trier, Bitburg, Hillesheim und Wittlich gegen Corona geimpft. Allein in Trier sollen es in den beiden nächsten Tagen jeweils 200 sein, ab nächste Woche bis 275 pro Tag. In Hillesheim werden täglich 70 Personen geimpft, in Wittlich rechnet man bis Mitte nächster Woche mit über 600 Impfungen und in Bitburg sollen bis zum Wochenende 200 Personen im Impfzentrum geimpft sein. Zunächst können sich nur über 80-Jährige für die Impfungen in den Zentren anmelden. Doch genau dabei scheint es immer noch Probleme zu geben. Viele TV-Leser berichteten, dass sie Schwierigkeiten hatten, sich über die Internetseite  impftermin.rlp.de anzumelden. Auch beim Versuch, telefonisch einen Termin zu reservieren, gab es Probleme. Eine Leserin berichtet, sie habe täglich mindestens 50 Mal versucht, eine Verbindung zur zentralen Hotline  zu bekommen. Entweder komme das Besetztzeichen oder es folgten ein paar Sprüche oder es werde unvermittelt aufgelegt. „Ich halte dies für eine große Verarschung der Bevölkerung“, schreibt sie klipp und klar.

Die Landesregierung reagiert nun auf Kritik überlasteter Leitungen und weitet Anrufzeiten aus. Die Hotline 0800 575 8100 soll von Montag bis Freitag von 7 bis 23 Uhr erreichbar sein, an den Wochenenden von 10 bis 18 Uhr. Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) appellierte an die Bürger, die Bandbreite der Zeiten auszuschöpfen. Bis Mittwoch vermeldete das Land 72 500 Terminvergaben und 32 500 Registrierungen, bei denen die Betroffenen nur noch die Mail bestätigen müssten. 12 752 Menschen haben bislang in Rheinland-Pfalz eine Erstimpfung bekommen, sagte Bätzing-Lichtenthäler – darunter 5121 Bewohner von Altenheimen, 5011 Mitarbeiter in den Senioreneinrichtungen und 2620 Mitarbeiter von Krankenhäusern. Mit drei Impfungen pro 1000 Einwohnern gehört Rheinland-Pfalz allerdings noch immer zu den Ländern mit den wenigsten Impfungen. Bätzing-Lichtenthäler begründete das damit, dass man sich zunächst auf die Impfungen in den Seniorenheimen konzentriert habe. Sobald genügend Impfstoff da sei, gehe man in den Impfzentren in die Volllast, sagte die Ministerin. Bis Mitte Februar peilt das Land 120 000 Erstimpfungen an. Die Hoffnung ruht auf einem weiteren Impfstoff, den die Europäische Arzneimittelbehörde gestern zugelassen hat. Damit kann neben dem vom Mainzer Unternehmen Biontec und dem US-Konzern Pfizer produzierten Impfstoff auch der des US-Herstellers Moderna genutzt werden.

Der Impfstart im Land sei nicht so schleppend wie häufig kritisiert, sagt Walter Gradel, Vorsitzender der Bezirksärztekammer. Es sei „vollkommen richtig“, zunächst diejenigen zu impfen, „die es am dringendsten benötigen“. Günther Matheis, Präsident der Landesärztekammer, sagt: „Die Impfungen gehen zügig voran. Ein schnelleres Impfen ist derzeit nicht möglich, weil der Impfstoff aktuell noch nicht in ausreichender Menge vorrätig ist.“