Nach Missbrauchsvorwürfen: Drei Priester weniger im Bistum Trier

Nach Missbrauchsvorwürfen: Drei Priester weniger im Bistum Trier

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat erneut einen Priester wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Klerikerstand entlassen. Ein weiterer Bistumspriester hat um seine Entlassung gebeten; ein Dritter darf nie wieder als Priester tätig sein.

"Drei auf einen Streich" - so kommentierte Hermann Schell vom kirchenkritischen Internetportal Schafsbriefe.de etwas hämisch die am Montag offiziell bekanntgegebenen Personalveränderungen des Bistums Trier. Die haben es in der Tat in sich. Der Trierer Bischof und katholische Missbrauchsbeauftragte Stephan Ackermann feuert nach Abschluss eines kirchenrechtlichen Verfahrens einen heute 71-jährigen Ruhestandspriester vor Jahrzehnten an zwei minderjährigen Messdienerinnen vergangen hat. Der vor seiner Suspendierung zuletzt in einer Saarbrücker Pfarrei eingesetzte Geistliche hatte vor zwei Jahren eingeräumt, "in den 1980er Jahren sexuelle Kontakte zu einer Schutzbefohlenen gehabt zu haben". Der Priester hatte auch für Schlagzeilen gesorgt, weil er an Weihnachten 2010 in seinem Haus von Unbekannten überfallen, ausgeraubt und dabei schwer verletzt wurde.
Ein zweiter mit Missbrauchsvorwürfen konfrontierter Priester hat nach Angaben des Bistums "seine Schuld eingestanden und von sich aus um Entlassung aus dem Klerikerstand gebeten". Nach Volksfreund-Informationen könnte es sich dabei um einen seit März 2011 beurlaubten Priester handeln.Einem dritten Ruhestandsgeistlichen untersagte der Trierer Bischof "wegen erwiesener Missbrauchsvorwürfe die öffentliche Ausübung des priesterlichen Dienstes auf Dauer". Thomas Schnitzler von der Opferinitiative Missbit begrüßte die Sanktionen des Bistums, bezeichnete sie aber als nicht ausreichend. "Es gibt vergleichbare Fälle in der Region, wo die Priester noch im Dienst sind", sagte Schnitzler dem TV.