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Nachfrage der Verbraucher macht Bio zum Milliardengeschäft

Nachfrage der Verbraucher macht Bio zum Milliardengeschäft

Die Nachfrage bei Bioprodukten steigt von Jahr zu Jahr: Knapp acht Milliarden Euro haben die Deutschen allein 2014 für ökologisch erzeugte Produkte ausgegeben. Viele dieser Waren kommen aus Rheinland-Pfalz.

Lange Zeit sind sie als "grüne Spinner" abgehandelt worden, und zu Beginn des Jahrtausends gab es in Rheinland-Pfalz gerade mal rund 400 ökologisch wirtschaftende Betriebe. In den vergangenen 15 Jahren aber hat sich diese Zahl auf 1200 verdreifacht. Und das, obwohl fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe landesweit in diesem Zeitraum dichtgemacht hat. Rund 19.000 Höfe gibt es hierzulande, der Anteil der Ökobauern steigt.

Zu den Gründen dieser Entwicklung zählt neben dem Idealismus auch die Nachfrage. Laut Agrarmarkt Informationsgesellschaft wurden 2014 bundesweit 7,91 Milliarden Euro und damit fünf Prozent mehr als im Vorjahr mit Ökoprodukten umgesetzt. Besonders groß ist die Nachfrage an Waren mit Biosiegel im Bereich der Milchprodukte.

Arla Foods, das nach dem Zusammenschluss mit der Pronsfelder Milchunion Hocheifel vor drei Jahren das drittgrößte Molkereiunternehmen Deutschlands und nach eigenen Angaben die größte Biomolkerei der Welt ist, geht davon aus, dass in den kommenden beiden Jahren bis zu 250 Millionen Kilo Biomilch mehr benötigt werden. Und bei der Deckung dieses Bedarfs setzt das Unternehmen auf die Landwirte der hiesigen Großregion. Um den Betrieben den Umstieg auf ökologischen Anbau schmackhaft zu machen, sollen Biomilchbauern jetzt bis zu 15 Cent pro Liter mehr bekommen als ihre Kollegen aus der konventionellen Landwirtschaft.

Ein Umstieg auf Öko-Anbau sei auch wirtschaftlich sinnvoll, sagt Sabine Berger, Geschäftsführerin von Bioland Rheinland-Pfalz. Sie betont aber: Die Erzeuger müssten Einfluss auf die Produktpreise haben. Fragwürdig findet Berger, dass hochwertige Bioprodukte zu Milchpulver für Wachstumsmärkte in China und Südkorea verarbeitet würden.

Die regionalen Biolandwirte legten in der Regel Wert darauf, dass ihre Waren hochwertig in Deutschland verkauft werden. Aber der Anteil der in der Region hergestellten Bioprodukte in den Regalen der hiesigen Fach- und Supermärkte sei eher gering, sagen Händler. Allerdings vermarkten laut Öko-Einkaufsführer in der Region Trier inzwischen 24 Höfe Bioprodukte direkt, auch sechs Winzer arbeiten so.