Nasskaltes Wetter stürzt Region ins Chaos

Nasskaltes Wetter stürzt Region ins Chaos

Bis zu zehn Zentimeter Neuschnee sind am Mittwoch in Trier und der Region gefallen. Teilweise schon am späten Nachmittag wurde der Busverkehr eingestellt. Die Flugplätze Hahn und Findel waren geschlossen. Ob heute Morgen die Schulbusse fahren, konnten die Verkehrsbetriebe nicht voraussagen.

Mild-feuchte Luft aus dem Mittelmeerraum hat sich gestern Nachmittag über dem südlichen Rheinland-Pfalz über kalte, trockene Luft aus dem Norden geschoben. Entlang der Luftmassengrenze entlud sich die Feuchtigkeit der abkühlenden Warmluft als heftiger Niederschlag: In den Trierer Höhenlagen fielen in wenigen Stunden zehn Zentimeter Schnee, weiter nördlich in der Eifel bei Bitburg waren es laut Deutschem Wetterdienst bis zum Mittwochabend immerhin noch drei Zentimeter Neuschnee.

Die heftigen Schneefälle sorgten in der gesamten Region für Chaos auf den Straßen: Autobahnabschnitte und Bundesstraßen waren zeitweise gesperrt. Auf der A602, der Zubringerautobahn nach Trier, kam es zu langen Rückstaus, weil die Auffahrt auf die B52 Richtung Hochwald zeitweise dicht war. In Hanglagen ging in der ganzen Region nichts mehr. Auf der B51 auf Pützhöhe in der Nähe von Bitburg überschlug sich ein Mann mit seinem Auto. Bei Trier-Irsch rammte ein Streufahrzeug einen Polizeiwagen, die Bundesstraße Richtung Korlingen musste gesperrt werden. Eine Frau, die mit ihrem sechsjährigen Sohn zwei Stunden im Schnee feststeckte, rief die Feuerwehr zu Hilfe, weil sie eine Unterkühlung befürchtete. Der Rettungsdienst half den beiden aus der Notlage.

Die Polizeiinspektionen Saarburg, Hermeskeil und Morbach meldeten querstehende LKW an Steigungen, mehrere Unfälle und gesperrte Straßen. Die B327 bei Thalfang und die B407 bei Reinsfeld waren zeitweise gesperrt.Auch der Busverkehr lag in der gesamten Region brach: Die Moselbahn-Verkehrsbetriebe hatten in und um Bitburg, Bernkastel-Kues und Saarburg am späten Nachmittag den Busverkehr eingestellt. In Trier steckten am Abend die Busse teilweise stundenlang fest. Die Streufahrzeuge kamen mit dem Räumen der Straßen nicht nach. „Ob und wie die Busse am Donnerstagmorgen fahren, können wir noch nicht voraussagen“, erklärten die Trierer Stadtwerke, der Verkehrsverbund Region Trier (VRT) und die Moselbahn unisono. Ob die Schulbusse fahren könnten, hänge davon ab, ob die Straßen geräumt seien.

Die Trierer Berufsfeuerwehr verstärkte am Abend ihre Leitstelle, um den zahlreichen Notrufe nachgehen zu können: „Einige Bäume sind im Kreis Trier-Saarburg unter der Schneelast gebrochen und mussten von Straßen entfernt werden“, erklärte der Einsatzleiter. Schwerwiegende Zwischenfälle meldeten bis gegen 21 Uhr allerdings weder Polizei noch Feuerwehr. Die Flughäfen Hahn im Hunsrück und Findel in Luxemburg waren ab dem frühen Abend wegen starker Schneefälle gesperrt: Flüge wurden entweder umgeleitet oder starteten erst gar nicht. Ab wann die beiden Flughäfen den Betrieb wieder aufnehmen konnten, stand am Abend noch nicht fest.

Steigende Pegelstände: Der Regen am Dienstag und die starken Niederschläge gestern sind auch für die Flüsse nicht folgenlos geblieben: Am Mittwoch gegen 9 Uhr erreichte der Pegel in Trier die fünf Meter Marke, ab der die amtlichen Stellen die Wasserstände vermelden müssen. Der Wasserspiegel kletterte um bis zu zehn Zentimeter pro Stunde, am Abend wurde die Sechs-Meter-Grenze überschritten. Für heute rechnet die Feuerwehr mit bis zu 7,30 Metern, in der Nacht zum Samstag könnte die Neun-Meter-Grenze erreicht werden. Ab dann drohen vereinzelte Überschwemmungen im Stadtgebiet. Eine Hochwasserwarnung hat die Meldestelle bis Mittwochabend nicht herausgegeben. An der Sauer sind die Pegelstände stabil geblieben. In Bollendorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm) wurden am Mittwoch um 16 Uhr beispielsweise 74 Zentimeter gemessen. Auch der Wasserspiegel der Saar stieg nur gering an. (woc)</infoboxtext>