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Naturparks: Politikerstreit um finanzielle Förderung von Umweltprojekten in Rheinland-Pfalz

Naturparks: Politikerstreit um finanzielle Förderung von Umweltprojekten in Rheinland-Pfalz

Lässt die rot-grüne Landesregierung die acht rheinland-pfälzischen Naturparke wegen des neu geschaffenen Nationalparks links liegen? Das zumindest behauptet die CDU und erntet dafür reichlich Kritik von Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne)

Der erst Ende Mai eröffnete Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist ein Vorzeigeprojekt der rheinland-pfälzischen Grünen. "Er ist notwendig, um der Natur in Rheinland-Pfalz vor dem Hintergrund des weltweiten Artensterbens eine Entwicklungschance zu geben", sagt Landesumweltministerin Höfken.

"Rot-Grün hat keine Ahnung von Natur", schimpft dagegen der forstpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Michael Billen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Arnold Schmitt (Riol) wirft der Eifeler Parlamentarier der Landesregierung vor, "die Naturparke auf dem Altar des Nationalparks zu opfern".

In Rheinland-Pfalz gibt es acht Naturparke, die fast ein Drittel der Landesfläche abdecken. Demgegenüber ist der 100 Quadratkilometer umfassende neue Nationalpark geradezu klein, kostet aber das Land zwischen fünf und sechs Millionen Euro jährlich. Dagegen würden die Naturparke "finanziell abgehängt", kritisieren die CDU-Politiker. Im vergangenen Jahr hätte es für alle acht Naturparke nur eine institutionelle Landesförderung von knapp 600.000 Euro gegeben - bei Kosten von rund 1,7 Millionen Euro.

Umweltministerin Ulrike Höfken wies die Kritik zurück. Die CDU schüre eine verantwortungslose Neiddebatte und erweise dem Naturschutz im Land einen Bärendienst. Laut Höfken will die Landesregierung "trotz knapper Haushaltsmittel" genau so viel Geld wie bislang für die Naturparke ausgeben.

Rückendeckung bekommt die Ministerin vom Bund für Umwelt und Naturschutz. Wegen der großen Bedeutung des Nationalparks sei eine gewisse Konzentration von Naturschutzgeldern erforderlich, sagt Landesgeschäftsführerin Sabine Yacoub.