Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Trierer Benediktinerbruder

Neue Missbrauchsvorwürfe gegen Trierer Benediktinerbruder

Ein heute 78-jähriger Benediktinerbruder der Abtei St. Matthias in Trier hat offenbar mehr Jugendliche missbraucht als bislang bekannt. Wahrscheinlich sind auch diese Taten bereits verjährt.

Trier. Nach Angaben von Abt Ignatius Maaß haben sich drei weitere Männer gemeldet, an denen sich der Ordensmann in den 1970er Jahren vergangen haben soll. Die Opfer sollen zum Tatzeitpunkt alle unter 14 Jahren alt gewesen sein. "Einer von ihnen war Messdiener, ein anderer gehörte einer katholischen Jugendgruppe an", sagt Abt Ignatius Maaß. Die Betroffenen hatten sich gemeldet, nachdem der Klostervorsteher im Mai nach einem Gottesdienst über die Vorwürfe gegen den Mitbruder informiert hatte. Damals war von drei Jugendlichen die Rede, an denen sich der ehemalige Vikar und langjährige Religionslehrer in den 1970er und 1980er Jahren vergangen haben soll. Die Vermutung, dass es weitere Opfer gab, hat sich nun bestätigt.
Abt Ignatius bezeichnet die Vorwürfe als glaubwürdig, auch wenn der mutmaßliche Täter ihm gegenüber gesagt habe, er habe keine rechte Erinnerung mehr daran. Der Benediktinerbruder werde seit Monaten nicht mehr als Priester eingesetzt und dürfe derzeit auch an keinem Gottesdienst mehr teilnehmen.
Über mögliche weitere Konsequenzen sei noch nicht entschieden. "Wir sind in der Gemeinschaft noch etwas rat- und hilflos, wie wir damit umgehen sollen", sagt Abt Ignatius, räumt aber ein, dass er gegen einen Ausschluss des 78-Jährigen aus dem Orden sei: "Wo soll er denn hin, wer soll sich um ihn kümmern?"
Derweil befasst sich die Trierer Staatsanwaltschaft erneut mit den mutmaßlichen Übergriffen des einst geschätzten Benediktinerbruders. Wahrscheinlich sind aber auch die erst jetzt bekanntgewordenen Fälle verjährt.
Vorwürfe, die Abtei habe schon vor Jahrzehnten von den Übergriffen gewusst und sie vertuscht, wies der Abt zurück. Es habe zwar Gerüchte gegeben, sagt Ignatius Maaß, "aber nichts Greifbares". Erst nachdem sich die ersten Opfer bei ihm gemeldet hätten, "hatten wir etwas in der Hand".

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