Neue Vorwürfe lassen Zweifel am chinesischen Hahn-Investor wachsen

Neue Vorwürfe lassen Zweifel am chinesischen Hahn-Investor wachsen

Wenige Tage vor der Sondersitzung des Landtags zum Flughafen Hahn gibt es neue Vorwürfe. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG habe frühzeitig Zweifel am chinesischen Investor angemeldet, heißt es in Medienberichten. Ein Ministeriumssprecher sagte, die Probleme seien bereits gelöst.

Gab es vor der Vertragsunterzeichnung Bedenken gegen den chinesischen Hahn-Investor? Nach einem Bericht des Südwestrundfunks hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG die Landesregierung darauf hingewiesen, dass der angegebene Name des Hauptgesellschafters nicht mit dem im chinesischen Handelsregister genannten Namen übereinstimme.

Ein Sprecher des für den Hahn-Verkauf verantwortlichen Innenministeriums spricht von einer Unstimmigkeit: "Nachdem diese Unstimmigkeit geklärt war, hat es laut einem weiteren Gutachten vom 30. Mai keine Probleme mehr gegeben." Das Ministerium widersprach einem Bericht der Wirtschaftswoche. Das Magazin hatte geschrieben, Zahlungsprobleme des Investors seien möglicherweise der Grund für eine schlechte Bewertung im ersten Gutachten gewesen.

Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte das Verfahren um den Hahn-Verkauf in der vergangenen Woche gestoppt, weil der chinesische Investor eine vereinbarte Zahlung nicht überwiesen habe. Lewentz sagte, ab diesem Zeitpunkt habe er erstmals gezweifelt. Innenstaatssekretär Randolf Stich flog am Montag mit Mitarbeitern der KPMG nach Shanghai, um sich vor Ort einen Eindruck zu verschaffen.

CDU-Fraktionsvize Alexander Licht kritisierte nach den neuen Vorwürfen die Landesregierung und sprach von einem "Lügengerüst, das in der Staatskanzlei und bei Frau Dreyer beginnt". Eine Sprecherin Dreyers sagte, die Ministerpräsidentin habe nie persönlich zu einem Repräsentanten des Investors Kontakt gehabt.

Indes werden weitere Vorwürfe gegen den Investor laut. Nach einem Bericht der FAZ weiß das Unternehmen Thyssen-Krupp nichts von einem angeblichen Milliarden-Deal mit der chinesischen Käufergruppe. Davon hatten die Hahn-Investoren gesprochen. Am Montag wurde zudem bekannt, dass mit der Air France KLM Cargo ein weiterer Frachtdienstleister den Hahn verlässt .

Mit dem Streit um den Hunsrück-Flughafen befasst sich der Mainzer Landtag am Donnerstag in einer Sondersitzung.

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