Neue Züge für die Eifelstrecke dürfen vorerst nicht fahren

Neue Züge für die Eifelstrecke dürfen vorerst nicht fahren

Mehr Züge, mehr Platz, zusätzliche Haltepunkte, schnellere Verbindungen: Ab Dezember sollte alles besser werden auf der Bahnstrecke zwischen Trier und Köln. Doch die Kunden müssen sich gedulden. Die neuen, moderneren Züge haben noch keine Zulassung und dürfen nicht aufs Gleis.

Vier Wochen lang war die Bahnstrecke zwischen Gerolstein und Kyllburg im Sommer gesperrt. Das Gleisbett wurde erneuert. Grund: Ab 15. Dezember sollten schnellere Züge auf der Strecke zwischen Trier und Köln fahren. Um 20 Minuten sollte sich die Fahrzeit verkürzen. Sollte. Denn vorerst dürfen die neuen, bequemeren Dieseltriebwagen des Typs Coradia Lint vom Hersteller Alstom nicht eingesetzt werden.

Das Eisenbahnbundesamt (EBA) hat die Zulassung der insgesamt 56 neuen Züge, die mehr Sitzplätze haben, verweigert. Es stünden noch "einige technische Nachweise" aus, sagte ein Sprecher der Bundesbehörde dem Trierischen Volksfreund. "Es liegt am Hersteller, diese beizubringen. Erst dann kann das EBA sie prüfen", teilt die Behörde mit. Laut Alstom liegen alle erforderlichen Unterlagen und Nachweise vor. Solange die Prüfung jedoch nicht abgeschlossen ist, die Züge also für das deutsche Schienennetz nicht zugelassen sind, dürfen sie auch nicht fahren. Und das hat zur Folge, dass ab 15. Dezember weiter die alten Züge auf der Eifelstrecke fahren werden.

Weil diese langsamer sind als die neuen, müssen die Bahnkunden in der Eifel auf viele der geplanten Verbesserungen, wie etwa klimatisierte Wagen, noch warten. So werden die Züge vorerst nicht wie geplant jede Stunde in Lissendorf, Oberbettingen-Hillesheim halten. Weil die alten Züge langsamer anfahren und mehr Zeit brauchen, würde durch zusätzliche Halte der Fahrplan nicht eingehalten. Auch wird es nur am Wochenende, nicht aber unter der Woche zusätzliche Züge auf der Strecke geben. Es handele sich aber keinesfalls um einen Notfahrplan, versucht man bei der Bahn, die vor zwei Jahren die Ausschreibungen für das sogenannte Kölner Dieselnetz gewonnen hatte, zu beschwichtigen. Hersteller Alstom geht davon aus, dass ab Frühjahr die neuen Züge fahren dürfen.

Es ist nicht das erste Mal, dass neue Züge in der Region verspätet auf die Schiene gebracht werden. Drei Jahre hat es gedauert, bis neue Nahverkehrszüge zwischen dem saarländischen Perl, Trier und Koblenz fuhren.

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