Neuer Ärger an der Saar

TRIER. (red) Nach dem Fall Hasenhüttl hat der Trierer Bischof Reinhard Marx im Saarland erneut Ärger mit Theologen. Weil er sein Veto gegen zwei Berufungen an die Saarbrücker Uni eingelegt hat, wird ihm "Inhumanität" vorgeworfen.

Gegen die Berufung der beiden Theologen Regina Ammicht-Quinn und Wolfgang Pauly an die Saarbrücker Universität hat der Trierer Bischof Marx sein Veto eingelegt. Ammicht-Quinn setzt sich in ihren Schriften unter anderem mit dem Spannungsfeld zwischen katholischer Kirche und Sexualität auseinander und hat mehrfach die ihrer Ansicht nach existierende Sexual- und Körperfeindlichkeit der Kirche kritisiert. Sie hat die kirchliche Lehrerlaubnis für die Uni Tübingen, wo sie sich als Schülerin des renommierten Tübinger Theologie-Professors Dietmar Mieth habilitierte. Mieth übte im Interview mit der Saarbrücker Zeitung heftige Kritik an Bischof Marx. Dessen Vorgehen bei der Ablehnung der Lehrerlaubnis sei "inhuman" und verstoße zudem gegen eine vom Sekretariat der Bischofskonferenz herausgegebene Handreichung: Demnach solle ein Bischof vor der Verweigerung der Lehrerlaubnis ein Gespräch mit der Kandidatin führen. Das sei im Fall Ammicht-Quinn nicht geschehen. Das Bistum Trier erklärte, der Bischof halte sich "an die Spielregeln". Außerdem wolle der Bischof mit Rücksicht auf die betreffenden Personen seine Entscheidung nicht begründen, hieß es ohne weitere Erläuterung.