Neuer Chef will Arbeitsplätze am Flughafen Hahn erhalten

Neuer Chef will Arbeitsplätze am Flughafen Hahn erhalten

Der ehemalige Fraport-Vorstand Johannes Endler übernimmt den Vorsitz im Aufsichtsrat des Hunsrück-Flughafens Hahn. Damit löst Endler Jochen Langen ab, der das Amt im September aufgegeben hatte.

Mainz. Der für Infrastruktur zuständige Staatssekretär Jürgen Häfner (SPD) überreichte Johannes Endler am Freitag offiziell das Bestellungsschreiben, wie das Infrastrukturministerium in Mainz mitteilte.
Der 1939 geborene Manager kündigte nach Ministeriumsangaben an, sich vor allem für den Erhalt der Arbeitsplätze am größten rheinland-pfälzischen Airport einzusetzen. "Auch sollen geeignete Immobilienprojekte auf dem Grundstück der Gesellschaft entwickelt werden", sagte er.
Endler war Ende 2003 in die Schlagzeilen geraten, als die Staatsanwaltschaft Frankfurt im Zusammenhang mit einem gescheiterten Millionenprojekt des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport in Manila gegen ihn ermittelte. Der Verdacht: Untreue gegenüber den Anteilseignern. Das Verfahren wurde im Oktober 2006 eingestellt, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Freitag mitteilte.
"Endler ist genau der richtige Fachmann für die Herausforderungen und Chancen, die der Flughafen im Hunsrück bietet", sagte Häfner bei der Vorstellung. Bis zu seinem Ruhestand im Frühjahr 2003 war Endler zehn Jahre im Vorstand der Fraport, vorher im Holdingvorstand der Bremer Vulkan AG.
Warum Langen sein Amt aufgegeben hatte, ist unterdessen weiter unklar. Auslöser sollen interne Unstimmigkeiten in der Landesregierung über die Zukunft des Flughafens gewesen sein.
Der Verein "Bürger für Hahn" fordert in einer Stellungnahme die Politiker aller Parteien in Rheinland-Pfalz dazu auf, den Streit um die Zukunft des Flughafens Frankfurt-Hahn zu beenden. "Der Flughafen Frankfurt-Hahn ist zu wichtig für unsere Region, um ihn als Spielball für politische Zwecke zu nutzen", begründet der Vereinsvorsitzende Werner Heich das Anliegen. Rheinland-Pfalz sei als Hauptanteilseigner dafür verantwortlich, das Unternehmen voranzubringen, heißt es weiter in dem Schreiben. "Daher braucht der Flughafen Frankfurt-Hahn auch die Unterstützung der Politik." Nach Meinung von Werner Heich werden potenzielle Kunden und Geschäftspartner durch die über die Medien geführte Diskussion verunsichert. Infolge des Flughafenbetriebes seien zahlreiche Unternehmen neu entstanden oder hätten ihre Geschäftstätigkeit zum Beispiel in den Bereichen Hotellerie, Gastronomie, Verkehrswesen, Logistik und Bauwesen ausgebaut. Darüber hinaus sichert der Flughafenbetrieb insgesamt rund 11 000 Arbeitsplätze - direkt am Flughafen und in der weiteren Umgebung, im Tourismus, Verkehrswesen und der Logistik, heißt es in der Stellungnahme. red