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Neuer Negativrekord in der Region: Über 800 Einbrüche in einem Jahr

Neuer Negativrekord in der Region: Über 800 Einbrüche in einem Jahr

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in der Region hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht: 859-mal schlugen Einbrecher zu, fast 200-mal mehr als noch ein Jahr zuvor. Die rheinland-pfälzischen Kommunen fordern deshalb mehr Polizisten im Land.

Wenn der Trierer Polizeipräsident Lothar Schömann über die wachsende Zahl von Einbrüchen in der Region spricht, hat er Sorgenfalten im Gesicht. Mit 859 Einbrüchen und Einbruchsversuchen (164 mehr als noch 2014) ist ein neuer Höchststand erreicht worden. "Die Zahl ist unbefriedigend hoch", räumt Schömann unumwunden ein.

Da hilft es auch nicht, dass die Aufklärungsquote leicht gestiegen ist. Statt wie noch 2014 jeder siebte konnte im vergangenen Jahr immerhin jeder sechste Einbruch aufgeklärt werden. Im September 2014 ist eine eigene Ermittlungsgruppe beim Polizeipräsidium eingerichtet worden. Die neun dazugehörenden Beamten werten alle gemeldeten Einbrüche aus und prüfen, ob Banden dahinterstecken.

Laut Brigitte Nilges, Leiterin der Ermittlungsgruppe, sind die meisten der von den Spezialisten ermittelten 80 Tatverdächtigen Mitglieder osteuropäischer Diebesbanden, die mit großer krimineller Energie und oft gezielt einbrechen würden. Grund dafür, dass vor allem Osteuropäer hinter einem Großteil der Einbrüche in der Region stehen, sei das immer größer werdende Wohlstandsgefälle in einem offenen Europa, sagt Vize-Polizeipräsident Franz Dieter Anker. Laut Schömann soll die Ermittlungsgruppe weiter bestehen bleiben, möglicherweise auf Dauer. Viele Einbruchsopfer machten es den Dieben einfach, weil sei Türen und Fenster nicht richtig verschließen würden, hohe Geldbeträge zu Hause aufbewahrten oder elektronische Kleingeräte offen in der Wohnung herumliegen lassen würden, sagt Schömann. Er fordert den Gesetzgeber auf, Investitionen in den Einbruchschutz stärker finanziell zu unterstützen.

Der Prümer Verbandsbürgermeister Aloysius Söhngen, Vorsitzender des rheinland-pfälzischen Gemeinde- und Städtebundes, fordert mehr Polizei im Land. "Es ist Aufgabe des Landes und seiner Polizei, die Sicherheit von Bürgerinnen und Bürgern auch in der Fläche zu gewährleisten."

Insgesamt haben sich im vergangenen Jahr 41.870 Straftaten in der Region ereignet (inklusive der Verstöße von einreisenden Flüchtlingen gegen das Aufenthaltsrecht ), das waren rund 3400 mehr als 2014.