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Neues Gebetbuch kommt im Bistum Trier erst im nächsten Jahr

Neues Gebetbuch kommt im Bistum Trier erst im nächsten Jahr

Der Streit um das teilweise nahezu durchsichtige neue Gebet- und Gesangbuch der katholischen Kirche dauert an. Zwar wird das Gotteslob am ersten Advent offiziell eingeführt. Doch in vielen Bistümern, darunter Trier, verzögert sich die Auslieferung bis ins nächste Jahr.

Robert Zollitsch hätte Diplomat werden können. Wenn sich der scheidende Freiburger Erzbischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz zu einem strittigen Thema äußert, sind seine Worte so gewählt, dass der tatsächliche Zoff oft nur zu erahnen ist. Der Streit um das neue Gebetbuch ist so ein Thema. 3,6 Millionen Exemplare haben die deutschen und österreichischen Bistümer bei einer bayerischen Druckerei bestellt. Doch jetzt sind zahlreiche Bistümer, darunter Trier, auf dem Bäumchen, weil die Papierqualität ihrer Exemplare angeblich miserabel ist und die Texte in den Büchern kaum lesbar seien.
Nach insgesamt zehnjähriger Vorbereitungszeit ein für alle Beteiligten mehr als peinlicher Skandal, auf den Erzbischof Zollitsch am Ende der Bischofskonferenz einging. Es habe Probleme beim Druck gegeben, meinte Zollitsch, jetzt gebe es Gespräche, "wann und zu welchen Konditionen die Exemplare auf dem richtigen Papier möglichst frühzeitig zur Verfügung stehen". Er gehe davon aus, dass die Bistümer bis Ostern 2014 beliefert sein werden, gab sich Zollitsch zuversichtlich, schränkte aber zugleich ein: "Falls wir uns mit der Druckerei vergleichen können."

Heißt mit anderen Worten: Hinter den Kulissen dürften die Juristen von Kirche und Druckerei den Schwarzen Peter hin und herschieben und knallhart um jeden Euro feilschen. Angesichts von mehreren Hunderttausend Mängelexemplaren geht der Schaden in die Millionen. Ohne Vergleich droht ein womöglich jahrelanger Rechtsstreit, an dem weder den Bistümern noch der Druckerei gelegen sein kann.

An der geplanten Einführung des neuen Gotteslobs am 1. Dezember wird nicht gerüttelt. Es gibt schließlich auch Bistümer, die mit lesbaren Gesangbüchern beliefert wurden.