Neues vom Cyber-Bunker in Traben-Trarbach

Kostenpflichtiger Inhalt: Kriminalität : Staatsanwalt: Darum dauerte es Jahre bis zum Zugriff im Bunker

(Mos) Nach dem bundesweit größten Schlag gegen Internetkriminelle, sind aktuell 20 Beamte im Ex-Bundeswehrbunker in Traben-Trarbach beschäftigt, die sichergestellten Server auszuwerten.

Laut Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer ist aufgrund der Datenmenge davon auszugehen, dass dies längere Zeit dauert. Die sieben verhafteten Verdächtigen – vier Niederländer, ein Bulgare und zwei Deutsche – befinden sich nun in verschiedenen rheinland-pfälzischen Gefängnissen. Die übrigen sechs Beschuldigten sind auf freiem Fuß. Ob auch ein mutmaßlicher Drogenbaron, den die irische Presse „The Penguin“ nennt, zu den Beschuldigten zählt, gibt Brauer nicht preis. Auch bei Durchsuchungen in Luxemburg, Polen, den Niederlanden und Schweden wurden Daten sichergestellt. Diese liegen den deutschen Ermittlern noch nicht vor. Sie müssen erst auf dem Weg der Rechtshilfe übermittelt werden.

Dass es Jahre dauerte, ehe die Ermittler zuschlugen, erklärt Brauer damit, dass ein Haftbefehl eine abgesicherte Verdachtslage erfordere. Allein die Annahme, die Täter könnten Straftaten begehen, weil sie zuvor in den Niederlanden aufgefallen seien, reiche nicht aus. „Es waren personal- und zeitaufwendige, schwierige Ermittlungen erforderlich, um einen dringenden Tatverdacht zu begründen. Salopp formuliert: Strafverfolgung kann erst beginnen, wenn bereits Taten verübt worden sind“, sagt Brauer. Ein Hinweis aus der Verbandsgemeindeverwaltung Traben-Trarbach brachte die Ermittlungen 2013 ins Rollen. 2015 waren sie so weit, dass ein konkreter Anfangsverdacht bejaht und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden konnte.

Lokales

(dpa)
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