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Nicht winterfest: Legt Diesel aus Luxemburg Autos lahm?

Nicht winterfest: Legt Diesel aus Luxemburg Autos lahm?

In Luxemburg soll angeblich nicht überall winterfester Diesel verkauft worden sein. Daher soll es vermehrt zu Pannen von in Luxemburg betankten Autos gekommen sein. In der Region wird unterdessen das Heizöl knapp.

Die Kälte macht nach wie vor vielen Fahrern von Dieselautos zu schaffen. Ihr Wagen bleibt stehen, weil der Kraftstoff einfriert. Was eigentlich nicht sein dürfte, sagt ADAC-Technikexperte Hubert Paulus. Denn von November bis März ist vorgeschrieben, dass in Deutschland nur sogenannter Winterdiesel verkauft wird, der bis minus 20 Grad keine Probleme machen soll. Daher vermutet er, dass nicht alle Tankstellen winterfesten Diesel verkaufen. Denn eigentlich dürfte ein Auto mit Winterdiesel auch bei den derzeitigen Temperaturen nicht liegenbleiben, wenn es entsprechend gewartet ist, sagt Paulus. Offenbar wurde bis Anfang der Woche in Luxemburg nicht an allen Tankstellen Winterdiesel verkauft, wie Frank Schmit vom Luxemburger Automobilclub ACL vermutet.

Anders als in Deutschland gebe es im Großherzogtum keine Vorschrift, im Winter speziellen Diesel zu verkaufen. Schmit spricht von einem "Diesel-Qualitätsproblem". Auch in einigen Autowerkstätten diesseits der Grenze, die derzeit vermehrt Diesel-Autos "auftauen", wird vermutet, dass der Grund für die Pannenhäufung im nicht winterfesten Diesel aus Luxemburg liegt. Allerdings bestätigten sowohl der Mineralölkonzern Aral als auch Luxemburger Tankstellenbetreiber, dass der verkaufte Diesel bis minus 20 Grad geeignet sei. Teurerer Diesel sogar bis zu minus 30 Grad. ADAC-Ingenieur Paulus rät daher, derzeit eher den teureren Diesel zu tanken. Laut ACL gibt es seit Montag an allen Tankstellen in Luxemburg Winterdiesel. ACL-Sprecher Schmit empfiehlt allen, die vergangene Woche Diesel in Luxemburg getankt haben, mindestens fünf Liter Winterdiesel nachzutanken.

Heizölversorgung in der Region: Auch hier gibt es Probleme. Mitunter bis zu zwei Wochen muss man derzeit auf eine Lieferung warten. Grund: Die Heizöllieferanten kommen kaum noch mit den Bestellungen nach. Und vor allem fehlt es an Öl-Nachschub. Die Tanks im Trierer Hafen seien so gut wie leer, sagt ein Heizölverkäufer. Die Versorgung sei derzeit "etwas angespannt", bestätigt Hans-Jürgen Funke, Geschäftsführer des Verbandes für Energiehandel Südwest in Mannheim. Tankschiffe aus dem niederländischen Rotterdam kommen wegen des Eises auf der Mosel nicht mehr bis Trier. Das Öl werde derzeit mit Kesselwagen der Bahn geliefert, sagt Thomas Knigge vom Tanklagerbetreiber Petrotank. Es gebe zwar einen Engpass, aber es sei noch Öl in den Tanks, beruhigt er. Trotz der hohen Nachfrage ist der Heizölpreis kaum gestiegen. 100,85 Euro kosteten gestern 100 Liter Heizöl in Trier.