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Niederländer verlieren Steuervorteile: Denkmalschützer in der Region sorgen sich um alte Häuser

Niederländer verlieren Steuervorteile: Denkmalschützer in der Region sorgen sich um alte Häuser

Noch ist die Region für niederländische Rentner auch steuerlich sehr einladend. Das wird sich ändern, wenn 2015 ein neues Abkommen in Kraft tritt. Denkmalschützer fürchten, dass das Sanieren alter Häuser für viele Niederländer dann seinen Reiz verliert.

Knapp 2000 Niederländer leben in der Region Trier, die für sie nicht nur landschaftlich, sondern finanziell attraktiv ist.

So mancher will hier seinen Lebensabend verbringe: Immobilien sind günstiger, von der Rente bleibt mehr übrig, weil hier viel weniger Steuern anfallen.

Und wer sich ein Denkmal restauriert, kann satte 90 Prozent der Kosten steuerlich absetzen. Allerdings wird das nicht alles so bleiben. Falls das ursprünglich schon für 2014 geplante deutsch-niederländische Doppelbesteuerungsabkommen 2015 in Kraft tritt, fallen jedoch bestimmte Vorteile weg: Wer jährlich mehr als 15.000 Euro Einkommen aus Holland bezieht, muss dies dann auch dort versteuern - Und der niederländische Spitzensteuersatz ist mit 52 Prozent spürbar viel höher als hier (45 Prozent). Ein Anreiz weniger, in die Eifel oder an die Mosel zu ziehen, wo Holländer auch angesichts der vielen Leerstände willkommene Neubürger sind.

Auch Denkmalschützer fürchten mögliche Folgen des Gesetzes. Denn die erheblichen Steuervorteile, die die Sanierung eines Denkmals bietet, bringen natürlich nur dem etwas, der hier ein Einkommen zu versteuern hat. Und das dürfte für viele Senioren ab 2015 nicht mehr zutreffen. "Andere werden sich das dann gut überlegen, ob sie ein Denkmal renovieren", sagt Makler Joop van Stratum, der in der Vulkaneifel jährlich etwa 50 Häuser an Niederländer vermittelt. Besonders hart träfe die Neuregelung ein Paar, das eine Eifeler Mühle aufwendig saniert hat .

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