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Nirgendwo gibt es weniger Wohnraum fürs Geld als in Trier

Nirgendwo gibt es weniger Wohnraum fürs Geld als in Trier

Mal wieder schafft Trier es mit seinen hohen Mietpreisen bundesweit in die Schlagzeilen. Nirgendwo in Deutschland bekommt man für ein Viertel seines Einkommens weniger Wohnraum als in der Römerstadt. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln.

Die gute Nachricht vorweg: Mieter in Rheinland-Pfalz bekommen für ein Viertel ihres Nettoeinkommens im Schnitt 102 Quadratmeter Wohnraum. Das sind drei Quadratmeter mehr als vor sechs Jahren, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) ergab. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede: In der Vulkaneifel und im Hunsrück können die Menschen für den gleichen Teil ihres Einkommens sehr viel größere Wohnungen mieten als in Trier oder Mainz.

Trier (Platz 403) bildet nach Freiburg, Heidelberg und Würzburg bundesweit das Schlusslicht der Tabelle: Hier gibt es für ein Viertel des Einkommens im Schnitt nur 59 Quadratmeter, einen weniger als noch 2010. Und deutlich weniger als in Berlin oder Hamburg (68 Quadratmeter). In allen übrigen Städten und Kreisen profitieren Mieter von einer im Vergleich zum Einkommen gestiegenen Wohnraumfläche. Das liegt daran, dass die Mieten weniger stark gestiegen sind als die Haushaltseinkommen.

Die Situation in Trier sei sehr speziell, erklärte die Geschäftsführerin des Mietervereins Trier, Anita Merten-Traut. "Die meisten müssen sehr viel mehr für Miete und Nebenkosten zahlen als nur ein Viertel des Einkommens, das geht manchmal bis zur Hälfte." Einen Grund für die besonders angespannte Lage sieht sie in der Nähe zu Luxemburg: Dort werde der Preis in die Höhe getrieben, so dass viele Luxemburger nach Trier oder in grenznahe Dörfer auswichen. "Teure, luxuriöse Wohnungen wachsen wie Pilze aus dem Boden, aber das kann sich kaum jemand leisten", sagte Merten-Traut. Die Stadt bemüht sich um Neubaugebiete und um sozialen Wohnungsbau. "Wir versuchen den Markt durch Verstärkung des Angebots zu entspannen", sagt Triers Baudezernent Andreas Ludwig.

Deutlich besser als der Landesdurchschnitt liegt der Kreis Vulkaneifel. 115 Quadratmeter gibt es dort für ein Viertel des Einkommens. Damit landet der Kreis bundesweit auf Platz 14. Relativ viel Platz fürs Geld gibt's auch im Kreis Bernkastel-Wittlich (105 Quadratmeter - sieben mehr als 2010/Platz 137). Im Kreis Trier-Saarburg (Platz 312, 90 Quadratmeter) sowie im Eifelkreis Bitburg-Prüm (Platz 316, 89 Quadratmeter) macht sich hingegen die Nähe zu Luxemburg in den Preisen bemerkbar.