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Nittel: Tote Tiere ein Rache-Akt?

Nittel: Tote Tiere ein Rache-Akt?

NITTEL. Purer Zufall oder sadistischer Rache-Akt? Wegen zwei in der Moselgemeinde Nittel tot aufgefundener Kleintiere hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Ein Zusammenhang zu dem vergangene Woche zu Ende gegangenen Mordprozess gegen einen 45-jährigen Mann aus dem Ort wird nicht ausgeschlossen.

Donnerstag vergangener Woche um kurz nach 14 Uhr fällt im alten Trierer Schwurgerichtssaal das Urteil: Thomas B. wird wegen Mordes an seiner Frau Michaela zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Bluttat im November, die Festnahme des 45 Jahre alten Ehemanns und schließlich die Verhandlung vor dem Landgericht haben die Bewohner der knapp 2000 Einwohner zählenden Moselgemeinde Nittel aufgewühlt. Kehrt nun - nach Ende des Prozesses - endlich wieder Ruhe ein in den beschaulichen Weinort an der deutsch-luxemburgischen Grenze? Zwei grausame Vorfälle vom vergangenen Wochenende sprechen dagegen, auch wenn noch nicht klar ist, ob sie etwas zu tun haben mit dem Schuldspruch gegen Thomas B. Wie Polizeisprecherin Monika Peters unserer Zeitung bestätigte, fanden Passanten am Freitagnachmittag am Nitteler Bahndamm eine erschossene Katze. Stutzig macht, dass die Katze Verwandten von Thomas B. gehört, die sich um den elfjährigen Sohn der B.s kümmern. Nach Polizeiangaben wurde das Tier vermutlich mit einem Kleinkalibergewehr erschossen. Tags drauf der nächste grausige Fund: Besucher des Nitteler Friedhofs, auf dem der Vater des Verurteilten und die ermordete Frau bestattet sind, entdecken auf einem Weg den Torso eines kleinen Hundes: Kopf und Vorderläufe fehlen. Das Gerücht, wonach es sich um den Hund der Familie B. handeln soll, bestätigten sich nicht. Doch es gebe Ähnlichkeiten zwischen den beiden Tieren, heißt es. Bis gestern war die Herkunft des toten Hundes noch nicht geklärt. Die Polizei Saarburg ermittelt in beiden Fällen - unter anderem wegen Störung der Totenruhe und Verstoßes gegen das Waffengesetz (Hinweise an Telefon 06581/91550). Offiziell will niemand eine Verbindung zwischen dem Mordprozess und den toten Tieren herstellen. "Ich beteilige mich nicht an Spekulationen", sagt Ortsbürgermeister Karl-Heinz Frieden. Polizeisprecherin Monika Peters will einen möglichen Zusammenhang immerhin nicht ausschließen: "Wir kennen die Gerüchte und beziehen sie in unsere Ermittlungen mit ein."