Nix verstehen

Der Landtag ist den Rheinland-Pfälzern lieb und teuer. Nach den Millionen teuren Umbauten und Außenrenovierungen der letzten Jahre ist nun der Plenarsaal an der Reihe. Dort gibt es zunehmend Verständigungsprobleme - in erster Linie politische, aber auch akustische.

Schrille Töne, ständiges Gemurmel oder unverständliche Zwischenrufe ließen manches mehr oder weniger wohlgewogene Rednerwort untergehen - nicht bei allen war es ein Verlust. Eins wurde jedoch mit der Zeit deutlich: Der Ton muss besser werden im Plenum. Dabei soll nun eine rund 700 000 Euro teure Nachrüstung mit Schallschutz und moderner Tontechnik helfen. Inzwischen ist der altehrwürdige Saal völlig eingerüstet, stehen doch dank Parlamentsferien bis Mitte September keine heißen Wortgefechte an. Größte Herausforderung für Bernadette Bubach-Dörr, die als regionale Leiterin des Landesbaubetriebes LBB die Aktion "Besseres Hören" leitet, ist die historische Hülle des Plenarsaals. Sie ist mit ihrem Zuschnitt, Wandkassetten und Deckenverzierungen nicht gerade Akustik-freundlich. Dazu kommt noch die runde Anordnung der Sitzreihen als besondere Herausforderung für den Geräuschpegel. Nach 15 Jahren müssen neue Tonanlage und Lautsprecher her, und weil viele Reden zumindest akustisch stark "nachhallen", werden Schalldämmfelder ergänzt. Durch den verbesserten Raumklang soll der Plenarsaal auch seiner vermehrten Nutzung für Konzerte, Vorträge und andere Veranstaltungen des Landtags besser gerecht werden. Läuft alles nach Plan, können die Abgeordneten schon nach der Sommerpause im Plenum neue Töne anschlagen und sich besser Gehör verschaffen. Die Tonanlage vom Mikro bis zu den "Schallhörnern" über den vier riesigen Lüstern an der Decke muss jedoch Schritt für Schritt, begleitet von Messungen, auf Vordermann gebracht werden. Spätestens zu Beginn der heißen Phase des Landtagswahlkampfes soll dann im Plenum alles bestens verstanden werden - wenn man es denn verstehen will.