Noch drei Tage bis Weihnachten: Zeit ist das begehrteste Geschenk

Noch drei Tage bis Weihnachten: Zeit ist das begehrteste Geschenk

Drei Tage bis Weihnachten bleiben allen, die noch auf der Suche nach Geschenken sind. In Geschäften finden sie allerdings nicht, was laut einer Umfrage zu den sehnlichsten Wünschen der Deutschen gehört: Gesundheit, vor allem aber Zeit.

Das milde und regnerische Wetter treibt nicht nur die Freunde einer weißen Weihnacht in die Verzweiflung. Auch viele Händler in der Region sind noch nicht zufrieden mit dem, was die Vorweihnachtszeit an Umsätzen erbracht hat. "Es war noch nicht wirklich berauschend", sagt Alfred Thielen, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes für die Region Trier. "Wir hoffen auf einen echten Endspurt in den letzten drei Tagen."

Die Erwartungen sind hoch, denn mit Blick auf die Bescherung an Weihnachten hat der regionale Handel 450 Millionen Euro Umsatz fest eingeplant. Das entspricht 15 Prozent des Jahresumsatzes von drei Milliarden Euro. Vor allem im Bekleidungshandel sind die Lager angesichts der milden Temperaturen noch voll. Nach Aussage von Gerd Guillaume, Vorsitzendem der City-Initiative Trier, spielen Preisnachlässe auch deshalb schon vor Weihnachten eine wichtige Rolle. Eine Horrorvorstellung ist es für die Händler, wenn das Kaufverhalten am Ende tatsächlich den Erkenntnissen einer Forsa-Umfrage im Auftrag der deutschen Versicherer entsprechen würde. Von den 1002 befragten Menschen ab 14 Jahren gaben nur 23 Prozent an, Materielles auf dem Wunschzettel zu haben. Ideelle Dinge wie Gesundheit, die Verbesserung gesellschaftlicher oder politischer Verhältnisse und Frieden für die Welt stehen demnach höher im Kurs.

Besonders aber wünschen sich die Deutschen Zeit, die sie mit Freunden und Familie verbringen oder für Reisen, ehrenamtliches Engagement oder Sport nutzen würden. Die beständig steigende Lebenserwartung bringt zwar tatsächlich ein Plus an Zeit. Kaufen lässt sich das allerdings nicht. Deshalb glauben die Händler in der Region an einen guten Schlussspurt und hoffen darauf, dass der Internethandel nicht noch mehr von ihrem Umsatz zehrt. Nach Angaben des Handelsverbands Deutschland (HDE) wächst dessen Anteil am Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr um zwölf Prozent auf elf Milliarden Euro bundesweit. Insgesamt hofft der Einzelhandel im November und Dezember auf einen Umsatz von 86,7 Milliarden Euro.

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