Notdienst per Telefon

TRIER. Wer ab Januar eine Apotheke sucht, die Notdienst hat, muss zum Telefon greifen und bei einer landesweit einheitlichen Nummer anrufen. Die Bereitschaftsapotheken werden nicht mehr veröffentlicht. Die Landesapothekerkammer hat die Notdienste neu geordnet.

Die Kopfschmerzen werden unerträglich, doch ein Schmerzmittel ist nicht im Haus. Die Apotheken sind längst dicht. Ein Blick auf die Service-Seite im Volksfreund : Welche Apotheke in der Nähe hat Notdienst? Damit ist es ab Januar vorbei. Die Bereitschaftsdienste dürfen dann auf Anweisung der Landesapothekerkammer nicht mehr veröffentlicht werden. Wer wissen will, welche Apotheke geöffnet ist, muss anrufen. Unter zwei landesweit einheitlichen Telefonnummern werden die jeweiligen Notdienste in der Nähe angesagt, falls man am Ende der Telefonnummer die Postleitzahl seines Wohnortes auf dem Telefon wählt. "Am besten speichert man die komplette Nummer in seinem Telefon ab. So kann man ohne großen Aufwand die zentrale Info-Nummer wählen", rät der Präsident der Landesapothekerkammer, Hartmut Schmall aus Trier. Wer seine Postleitzahl nicht kennt, der könne auch zur nächsten Apotheke fahren und dort nach der geöffneten Bereitschaftsapotheke schauen. Denn dort müssen die Notdienstlisten auch weiterhin ausgehängt werden. 25 Cent pro Minute kostet der Anruf aus dem Festnetz. "Wir verdienen damit kein Geld, das ist gerade so kostendeckend", sagt Schmall. Das Pilotprojekt, das seit Anfang des Jahres im Raum Koblenz läuft, habe gezeigt, dass man mit neun oder zwölf Cent nicht hinkomme. Die Anrufer müssten die vollen Kosten tragen, weil die Kammer dafür keine Mitgliedsbeiträge verwenden dürfe. Die Patienten auf dem Land müssen sich auch daran gewöhnen, möglicherweise etwas weiter bis zur nächsten Notdienst-Apotheke zu fahren. Bislang darf die Entfernung nicht mehr als 18 Kilometer betragen. Ab Januar dürfen es bis zu 25 Kilometer sein. Damit sollen die Apotheker von häufigen Nachtdiensten befreit und finanziell entlastet werden. In Gebieten wie rund um Gerolstein oder um Morbach könnte es durchaus vorkommen, dass die nächste offene Apotheke erst nach längerer Fahrt erreicht wird. Allerdings: "Auf dem Land werden die Notdienste gar nicht so häufig in Anspruch genommen", sagt Schmall.Land-Apotheker befürchten Versorgungsengpässe

Bewohner größerer Städte wie Trier, Bitburg, Wittich oder Konz dürften auch bei der neuen Regelung keine Probleme haben, in näherer Umgebung eine Bereitschaftsapotheke zu finden. Häufig, sagen Apotheker, werde der Bereitschaftsdienst auch "missbraucht"; Statt wegen eines echten Notfalls klingele schon mal jemand an der Tür, um sich eine Packung Taschentücher zu kaufen. Trotzdem werde es weiterhin nachts, sonntags und an Feiertagen eine offene Apotheke für jedermann geben, wenn auch vielleicht weiter entfernt, so Schmall. Er sieht keine Einschränkung des bisherigen Angebots. Doch einige Apotheker auf dem Land befürchten schon, dass es gerade am Wochenende zu Versorgungsengpässen kommen könnte und raten vor allem Familien mit kranken Kindern, sich rechtzeitig mit notwendigen Medikamenten einzudecken. Die neuen Notdienst-Rufnummern funktionieren so: aus dem Festnetz0900/5258825 und dann die Ziffern der fünfstelligen Postleitzahl auf dem Telefon wählen, der Anrufkostet 25 Cent pro Minute; per Handy0180/5258825 plus die fünfstellige Postleitzahl, der Anruf kostet zwölf Cent pro Minute. Eine Computeransage teilt dem Anrufer dann die drei nächsten geöffneten Apotheken mit. Der TV wird ab Januar regelmäßig die landeseinheitlichen Servicenummern abdrucken.