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Novavax: Wann Corona-Totimpfstoff kommt - Infos zu Risiken und Nebenwirkungen

Corona-Impfung : Novavax: Wirksamkeit, Risiken, Impfstart – alle Infos zum sogenannten Totimpfstoff?

Der Einsatz des Impfstoffs von Novavax in Deutschland rückt näher. Zuletzt hatte die Stiko den sogenannten Totimpfstoff empfohlen. Wann die Impfungen beginnen könnten – und was man sonst noch über das Vakzin wissen sollte.

Mit dem Novavax-Impfstoff steht nun ein proteinbasierter Corona-Impfstoff zur Verfügung. Daher könnte dieser vor allem für Menschen interessant sein, die Vorbehalte gegen neuartige mRNA-Vektorimpfstoffe haben.

Der Novavax-Impfstoff basiert auf einer bereits bei Grippeimpfstoffen bewährten Technik. Viele bezeichnen den Impfstoff von Novavax als Totimpfstoff. Das ist eine ungenaue Bezeichnung, denn es handelt sich um einen Impfstoff auf Protein-Basis. Was stimmt, ist, dass er mit einer anderen Technik arbeitet als die bisher zugelassenen mRNA- und Vektor-Impfstoffe.

Novavax: Wann ist der Totimpfstoff verfügbar?

Der Bund hat die Anlieferung des neuen Mittels von Novavax für die Woche ab dem 21. Februar (8. Kalenderwoche) angekündigt. Die erste Lieferung von 1,75 Millionen des Impfstoffes fällt jedoch deutlich kleiner als die erwarteten vier Millionen Dosen aus.

Brandenburg zieht bereits Konsequenzen und kündigt an, den Impfstoff zunächst für Pflegekräfte und medizinisches Personal zur Verfügung zu stellen. Berücksichtigt werden sollen dabei hauptsächlich diejenigen Menschen, für die ab Mitte März eine Impfpflicht gilt.

Ähnliche Diskussionen führen auch andere Bundesländer, so etwa Nordrhein-Westfalen. Hier soll Novavax ebenfalls zuerst im Gesundheitswesen zur Verfügung stehen.

Impftermine mit dem neuen Corona-Impfstoff des US-Herstellers Novavax seien auch in Thüringen aktuell noch nicht buchbar, hieß es am 20. Januar. Es gebe noch zu viele Unklarheiten zu den Impfstoffmengen und deren Verteilung. Termine ohne Priorisierung möchte hingegen das Saarland anbieten.

In Rheinland-Pfalz können sich Impfwillige bereits seit dem 24. Januar für eine Novavax-Impfung auf dem Impfportal des Bundeslands registrieren.

Novavax, Biontech, Moderna und Co. – was sind die Unterschiede?

Die mRNA-Impfstoffe enthalten den Bauplan für einen bestimmten Bestandteil des Coronavirus. Dieser Bauplan wird im Reagenzglas künstlich hergestellt und besteht aus mRNA (Messenger Ribonukleinsäure). Im Fall der Covid-19-Impfung trägt der Bauplan die Anleitung für das Spike-Protein des Coronavirus. Der Körper muss in der Folge das Spike-Protein selbst bilden und Antikörper dagegen entwickeln. Folgt später eine Infektion, erkennt der Körper das Spike-Protein wieder und bekämpft es. Der Impfstoff von Novavax erhält hingegen direkt winzige Nanopartikel des künstlich hergestellten Spike-Proteins, welches mit künstlichen Lipid-Nanopartikeln kombiniert wird.

Novavax: Wie hoch ist die Wirksamkeit?

Die Effektivität zum Schutz vor symptomatischen Infektionen wurde von der EU-Arzneimittelbehörde EMA mit rund 90 Prozent angegeben. Experten wiesen darauf hin, dass man über den neuen Impfstoff noch nicht so viel wisse wie über die anderen Präparate, die bereits länger breit angewendet werden. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat für den Impfstoff mittlerweile eine Empfehlung ausgesprochen.

Wie gut schützt Novavax gegen die Delta- und Omikron-Variante?

In den bisherigen Studien wurde Novavax vorwiegend gegen die Alpha-Variante des Coronavirus getestet. Hier betrug die Wirksamkeit 90 Prozent. Der Impfstoff soll auch ausreichend gegen die Delta-Variante schützen, jedoch nur nach einer Dreifachimpfung. In Bezug auf Omikron gibt es kaum Beobachtungsdaten. Der Hersteller passt den Impfstoff derzeit an die Omikron-Variante an.

In welchem Abstand wird Novavax gespritzt?

Nach aktuellen Informationen sind auch bei Novavax zwei Impfdosen im Abstand von drei Wochen zur Grundimmunisierung vonnöten. Freigegeben ist er für Personen ab 18 Jahren und soll auch für Booster-Impfungen geeignet sein.

Novavax: Risiken und Nebenwirkungen

Grundsätzlich können bei allen Impfungen Reaktionen und Nebenwirkungen auftreten. Auch beim Impfstoff Nuvaxovid von Novavax können nach der Impfung sogenannte Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen oder Müdigkeit auftreten. Die Impfreaktionen klingen in der Regel nach wenigen Tagen wieder ab und stellen in der Regel keinen Anlass zur Sorge dar.

In der Zulassungsstudie gab es keine Hinweise darauf, dass es durch eine Impfung mit Novavax zu schweren Nebenwirkungen kommen kann. An der Studie nahmen jedoch insgesamt zu wenige Menschen teil, um seltenen schwere Nebenwirkungen feststellen zu können.

Bei bekannten Unverträglichkeiten oder Allergien gegen die Inhaltsstoffe des Novavax-Impfstoffes Nuvaxovid oder einer schweren allergischen Reaktion auf die erste Impfung sollte auf eine weitere Impfung verzichtet werden.