Nürburgring: CDU-Chef kritisiert Finanzgebaren

Nürburgring: CDU-Chef kritisiert Finanzgebaren

Das Projekt "Nürburgring 2009" droht in den kommenden Jahren Millionenverluste einzufahren (der TV berichtete). Sie könnten noch höher ausfallen als vermutet, denn laut CDU gibt es allein in diesem Jahr unkalkulierte Umsatzausfälle von 600 000 Euro.

Mainz. Wenige Tage vor der konstituierenden Sitzung des Untersuchungs-Ausschusses am kommenden Mittwoch bleibt die Eifel-Rennstrecke das Top-Thema in der Landespolitik. Die Opposition attackiert konsequent die Landesregierung. Am Donnerstag zeigte CDU-Chef Christian Baldauf auf, das "Stückwerk im ,ring werk'", dem Haupteinnahmebringer im 300 Millionen Euro teuren Freizeit- und Geschäftszentrum, ziehe in diesem Jahr Umsatzausfälle von 600 000 Euro nach sich. Dies gehe aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der CDU-Fraktion hervor.

Das "ring werk" bietet unter anderem ein 24-Stunden-Rennen in einem 4D-Kino, eine historische Ausstellung und als größte Attraktion den "ring racer", die schnellste Achterbahn der Welt. Letztere hat rund zehn Millionen Euro gekostet, ist aber aufgrund von Defekten nicht betriebsbereit. Jüngst gab es beim zweiten gescheiterten Versuch der Inbetriebnahme sieben Verletzte. Es sei zu vermuten, dass die Funktionsuntüchtigkeit wesentlicher Teile des erst verspätet am 15. August eröffneten "ring werks" weitere Kosten nach sich zögen, sagt der CDU-Chef. Die Halbierung der Eintrittspreise und eine bis Ende 2010 gültige Freikarte für jeden Besucher zeigten die Nöte deutlich.

Christian Baldauf kritisiert das finanzielle Gebaren am Ring mit der Verdoppelung der Baukosten auf 300 Millionen Euro, "darunter 2,7 Millionen Euro allein für verunglückte Media-Schaltungen", sowie der Zahlung von 700 000 Euro für die Ring-Botschafter Boris Becker und Keke Rosberg (Ex-Formel-1-Fahrer). Von diesen "weiß niemand, was sie eigentlich machen". Schließlich habe es noch eine "Eröffnungsparty auf Pump" gegeben, die 250 000 Euro gekostet habe.

Baldauf sieht in Ring-Hauptgeschäftsführer Walter Kafitz einen maßgeblichen Verantwortlichen und fordert erneut dessen Ablösung. "Was muss eigentlich noch passieren, bis Ministerpräsident Beck seine schützende Hand von seinem Parteifreund nimmt?"