Ohne Parteibrille und kleinkarierte Scharmützel

Ohne Parteibrille und kleinkarierte Scharmützel

Gute Nachrichten aus Berlin: Die Bundestagsabgeordneten aus der Region Trier wollen sich künftig wieder regelmäßig treffen, um bei wichtigen Projekten parteiübergreifend an einem Strang zu ziehen. Morgen ist Premieren-Sitzung.

Trier/Berlin. Da wird sich der CDU-Altvordere Peter Rauen aber freuen. Rauens Rat an alle Nachfolger und Bundestags-Neulinge, "im Interesse der Region die Parteibrille auch mal abzulegen und kleinkarierte Scharmützel zu lassen", wird rascher in die Tat umgesetzt, als dies der Salmtaler Politiker bei seinem Abschied vermutet hätte. Schon am morgigen Nachmittag treffen sich die sieben Parlamentarier aus der Region Trier in Berlin zu einem ersten Gedankenaustausch. "Es geht unter anderem um Straßen- und Schienenprojekte, um den Telekom-Standort Trier und um Landwirtschafts- und Weinbauthemen", sagte CDU-Mann Bernhard Kaster gestern unserer Zeitung.

Gemeinsam und parteiübergreifend ist mehr zu erreichen, als wenn jeder Abgeordnete aus der Region alleine vor sich "hinwerkelt", das ist, auf einen einfachen Nenner gebracht, der Leitgedanke der sogenannten Trierer Runde. Sie war einst von dem langjährigen Bundestagsabgeordneten Peter Rauen ins Leben gerufen worden, schlief später aber wieder ein. Jetzt erfährt der regionalpolitische Zirkel in Berlin also eine Neuauflage.

An dem morgigen Premiere-Treffen in der Parlamentarischen Gesellschaft gegenüber dem Reichstag nehmen teil: die drei CDU-Abgeordneten Peter Bleser (Wahlkreis Mosel/Rhein-Hunsrück), Bernhard Kaster (Trier) und Patrick Schnieder (Bitburg), der Sozialdemokrat Manfred Nink (Trier), der Liberale Edmund Geisen (Daun), die Grüne Ulrike Höfken (Bitburg) und Katrin Werner (Trier) von der Linkspartei. Als Gast ist die luxemburgische Botschafterin Martine Schommer eingeladen.

"Das hat viele verblüfft und einiges bewirkt"



Laut Bernhard Kaster soll sich die siebenköpfige Trierer Runde künftig mindestens einmal jährlich treffen, "bei Bedarf auch häufiger". Kasters Parteifreund Peter Rauen und sein nach der jüngsten Legislaturperiode ebenfalls aus dem Bundestag ausgeschiedener SPD-Kollege Karl Diller schwärmen noch heute von den parteiübergreifenden Treffen: "Dass Schwarze, Rote, Grüne und Liberale aus der Region gemeinsam agierten, hat viele unserer Gesprächspartner verblüfft und einiges bewirkt", sagen die beiden Polit-Oldies.

Mehr von Volksfreund