Online-Dialog zum Klimaschutz hat Erwartungen übertroffen

Online-Dialog zum Klimaschutz hat Erwartungen übertroffen

Die Energieagentur wertet mehr als 600 Vorschläge für die Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts aus. Am meisten beschäftigt die Rheinland-Pfälzer der Verkehr. Das neue Konzept soll im Frühjahr 2020 vorgelegt werden.

Das Umweltministerium hat in einem Online-Dialog viele neuen Ideen und Anregungen aus der Bevölkerung erhalten. In sechs Wochen gingen mehr als 600 neue Vorschläge und ebensoviele Kommentare ein. Die Plattform registrierte außerdem rund 4500 Beteiligungen in Form von positiven oder negativen Bewertungen der Vorschläge.

„Damit hätten wir nicht gerechnet, das hat unsere Erwartungen übertroffen“, sagt der Vorsitzende der Energieagentur Rheinland-Pfalz, Michael Hauer. Jetzt wertet die Energieagentur bis Ende des Jahres alle Beiträge aus. Die Ergebnisse fließen in die Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts von Rheinland-Pfalz ein. Das Umweltministerium will die neue Fassung des Konzepts im Frühjahr 2020 dem Kabinett und dann dem Landtag vorlegen.

Höhere Preise für Anwohnerparkplätze, neue Bahnstrecken im ländlichen Raum, Ausbau der Radwege - knapp die Hälfte der Beiträge in der Beteiligungsplattform drehte sich um Verkehrsfragen. „Wir sehen, dass dies ein ganz intensiv diskutiertes und emotional besetztes Thema ist“, sagt Hauer. Die Diskussion über Elektro-Autos oder auch Autos mit Wasserstoffantrieb gehe zunehmend in die Breite der Bevölkerung. Hier habe es im Online-Dialog eine kritische Beschäftigung mit den Batterien gegeben. Inzwischen entwickle die Industrie aber auch Batterien mit einem deutlich geringeren Kobalt-Anteil und ohne seltene Erden.

Zum Verkehr gab es 235 Beiträge mit 316 Kommentaren, an zweiter Stelle folgten mit 115 Beiträgen und 43 Kommentaren Verwaltung und kommunale Aufgaben. Dazu gehörte etwa die Forderung nach einem Verbot von Laubbläsern auf öffentlichen Flächen, die Gestaltung von Straßen als Baumalleen oder die bienenfreundliche Bepflanzung der Dächer von Bushaltestellen. Die Land- und Forstwirtschaft beschäftigte die Rheinland-Pfälzer in 108 Beiträgen und 65 Kommentaren. Eine Teilnehmerin sprach sich für die Förderung der Holzbauweise aus nachhaltiger Forstwirtschaft aus, ein anderer für die Renaturierung von Ackerflächen in Rheinhessen.

„Jeder Vorschlag ist wertvoll“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) bei der Vorstellung des Online-Dialogs im August. Das erste Klimaschutzkonzept von 2015 umfasst 99 Maßnahmen zur Verringerung von CO2-Emissionen. „Gerade kleine Maßnahmen sind durchaus relevant“, sagte die Ministerin. Eine Bilanz lasse sich erst 2022 ziehen, da die Erfassung der dafür nötigen Daten noch nicht abgeschlossen sei. Die Mitwirkung möglichst vieler Menschen und gesellschaftlicher Gruppen sei nötig, um die politische Diskussion voranzutreiben: „Das, was die Leute vorschlagen, ist nicht für die Tonne.“

Online-Beteiligung Klimaschutzkonzept

Mehr von Volksfreund