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Orkan Andrea bringt Wind und Unfälle

Orkan Andrea bringt Wind und Unfälle

Heftiger Wind, peitschender Regen und umgestürzte Bäume – Orkan „Andrea“ hat sich am Donnerstag durch Deutschland gewälzt. In Bayern starb eine Frau bei einem Autounfall. In der Region Trier fielen die Sturmschäden geringer aus als befürchtet.

Der Orkan namens Andrea hat am Donnerstag Deutschland passiert und dabei auch die Region Trier durchquert - hier ohne allzu große Schäden zu hinterlassen. "Es war relativ ruhig", sagt Sven Ney von der Feuerwehrleitstelle in Trier. Zu insgesamt 43 Einsätzen mussten die Wehren der Region ausrücken - hauptsächlich in den Höhenlagen, die nach Auskunft der Wetterexpertin Anna Ulrich-Merten von wetter.net von sturmartigen Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde heimgesucht wurden. Meist ging es darum, umgestürzte Bäume aus dem Weg zu räumen. Zahlreiche Straßen mussten gestern deswegen kurzfristig gesperrt werden. Außerdem hat es am Vormittag in Neroth, Oberstadtfeld und Niederstadtfeld (Vulkaneifel) Stromausfälle gegeben.

Ähnlich wie in Bayern ist es durch Hagel, Straßenglätte und den heftigen Wind auch in der Region Trier zu Autounfällen gekommen, bei denen es jedoch weder Tote noch Schwerverletzte gab: Kurz vor Mittag, als orkanartige Böen und Starkregen einsetzten, wurde der Anhänger eines LKW umgeweht, der auf der B?327 zwischen Hochscheid und dem Flughafen Hahn unterwegs war. Weniger glimpflich verlief ein Unfall auf der A?1 kurz vor der Raststätte Hochwald-West. Dort hatte ein 33-Jähriger durch plötzlich einsetzenden Graupelschauer auf glatter Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Er prallte gegen die Böschung und erlitt leichte Verletzungen. Eine Windböe war die Ursache eines Unfalls auf der B?52 von Trier Richtung Luxemburg: Das Auto einer 41-Jährigen wurde in den daneben fahrenden Wagen gedrückt. Sachschaden: 16?000 Euro. Ein weiteres Auto kam auf der A?1 in Höhe von Salmtal (Kreis Bernkastel-Wittlich) wegen Aquaplanings und Seitenwinds ins Schleudern und kollidierte mit der Schutzplanke.

Eher skurril ist folgende Begebenheit: Weil sie den Wasserpegel unterschätzte, is t eine Frau um 8.40 Uhr in Enkirch in einen wegen Hochwassers gesperrten Tunnel hineingefahren. Das Auto lief sofort hüfthoch voll. Sie konnte sich unterkühlt selbst aus dem Fahrzeug befreien. Ihr Auto hingegen musste von der Feuerwehr geborgen werden. Schaden: 2500 Euro.

Ansonsten hat das Hochwasser bisher keine größeren Schäden angerichtet. Keller mussten am Donnerstag noch keine ausgepumpt werden, sagt Sven Ney von der Feuerwehrleitstelle. Am Freitagmorgen erreichte die Mosel bei Trier einen Pegelstand von acht Metern, allerdings ist einem weiteren Anstieg nicht mehr zu rechnen.

Bereits gesperrt sind die K?86/L?156 zwischen Neumagen-Dhron und Leiwen sowie die Kreisstraße 134 von Lieser nach Kesten. Nicht mehr befahrbar sind außerdem die Kreisstraße 65 zwischen Reil und Kövenig sowie die L?192 zwischen der B?53 und Enkirch. Weitere Sperrungen: K?86 zwischen Neumagen und Leiwen, K?156 zwischen Neumagen und Trittenheim sowie B?53 zwischen dem Zeltinger Kreisel und der Lösnicher Brücke.

Auch an den anderen Flüssen der Region steigen die Pegel. Dort ist laut Meldezentrum jedoch ebenso wenig mit größeren Schäden zu rechnen. Ab Freitagmittag soll der Wasserpegel überall langsam wieder fallen. Dauerhafte Entspannung sagen die Experten allerdings noch nicht voraus, da wieder Regen angekündigt ist. Dem Deutschen Wetterdienst zufolge muss in den Höhenlagen bei sinkenden Temperaturen auch weiterhin mit stürmischen Böen gerechnet werden. cweb/zad/sn/kah/ch/sim/fas/mc/dpa