1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Panne zum Ende der Geheimfahndung - Jetzt wird auch öffentlich nach dem Schwerverbrecher Sascha Ball gesucht

Panne zum Ende der Geheimfahndung - Jetzt wird auch öffentlich nach dem Schwerverbrecher Sascha Ball gesucht

Anderthalb Wochen nach seinem spurlosen Verschwinden suchen die Ermittler jetzt mit einem Foto nach dem Frauenmörder Sascha Ball. Vor der Veröffentlichung der Aufnahme hatte es erneut eine kleine Panne gegeben.

Der Fall des seit Dienstag vergangener Woche verschwundenen Schwerverbrechers Sascha Ball steht für Justizminister Herbert Mertin (FDP) und die Ermittler unter keinem guten Stern: Nachdem der Minister zunächst erst mit fünftägiger Verspätung über die Flucht des 47-Jährigen informiert worden war, sah der Liberale nun erneut etwas alt aus. Der Grund: technische Probleme, wie es von der Frankenthaler Staatsanwaltschaft entschuldigend hieß. Die hatte dem Minister am Donnerstag mitgeteilt, dass nun doch öffentlich nach Sascha Ball gefahndet werde. Mertin verkündete dies auch prompt in der SWR-Sendung "Zur Sache". Doch eine öffentliche Fahndung gab es zu dem Zeitpunkt weder auf der Internetseite der Staatsanwaltschaft noch bei der rheinland-pfälzischen Polizei. Erst am Freitag gegen 10 Uhr war die Meldung abrufbar, zwei Stunden später auch das Foto des Gesuchten. Chef-Staatsanwalt Hubert Ströber hatte in den Tagen zuvor den Verzicht auf die Öffentlichkeitsfahndung auch damit begründet, dass der in der JVA Diez einsitzende Häftling ein "Allerweltsgesicht" habe und daher Verwechslungsgefahr bestehe.

"Ich bin kein Fachmann für Gesichtsfragen, das ist eine Entscheidung, die die Fachleute getroffen haben", kommentierte ein angesäuerter Minister Mertin das Prozedere. Nun wird jedenfalls auch mit einem Foto nach Sascha Ball gefahndet. Von wann die Aufnahme stammt, weiß der Chef-Staatsanwalt nicht. Aber: "Ich bin optimistisch, dass wir ihn kriegen", sagt Hubert Ströber unserer Zeitung. sey