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Pannenserie im Kernkraftwerk Cattenom geht weiter

Pannenserie im Kernkraftwerk Cattenom geht weiter

In jüngster Zeit ist es zu mehreren Zwischenfällen in einem Reaktorblock des Kernkraftwerks Cattenom gekommen. Der jüngste ereignete sich am Montag. Da brannte es im Maschinenraum im nicht nuklearen Bereich.

Es ist gerade mal ein Jahr her, dass es im Kernkraftwerk Cattenom gebrannt hat. Am 7. Juni vorigen Jahres kam es zu einem Transformatorenbrand außerhalb der nuklearen Zone. Der erste von vier Reaktorblöcken schaltete sich daraufhin automatisch ab.

Am vergangenen Montag, kurz vor 15 Uhr, gab es erneut Feueralarm in der Atomzentrale in Lothringen. Auf einem Gerüst im Maschinenraum des zweiten Reaktorblocks kam es laut Kraftwerksbetreiber, dem französischen Energiekonzern EDZ, zu einem Brand. Der Block ist seit April wegen Wartungsarbeiten ausgeschaltet. Die Mitarbeiter seien sofort evakuiert worden. Die Werksfeuerwehr habe den Brand nach einer halben Stunde gelöscht, so EDF. Der Zwischenfall habe keine Auswirkungen auf die Sicherheit des Kraftwerks oder des Personals gehabt, versichert der Betreiber - wie immer nach Pannen in der Anlage, die seit 1986 am Netz ist.

Und mit der gleichen Regelmäßigkeit, wie die EDF nach jedem Zwischenfall beschwichtigt, reagieren die Grünen auf jede neue Panne in Cattenom. "Der zweite Brand innerhalb eines Jahres zeigt: Atomkraft ist nicht beherrschbar", sagt die Saarburger Grünen-Landtagsabgeordnete Stephanie Nabinger.

Grüne fordern Abschaltung

Zusammen mit ihrem Fraktionschef Daniel Köbler fordert sie erneut die Abschaltung von Cattenom. Wegen des neuerlichen Zwischenfalls haben die Grünen das Thema Cattenom auf die Tagesordnung der Aktuellen Stunde am Mittwoch im Landtag gesetzt. Dieser hatte sich bereits zwei Mal einstimmig für die Abschaltung der Anlage ausgesprochen. Die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner hatte kürzlich angekündigt, Bundeskanzlerin Angela Merkel wolle bei ihrem nächsten Treffen mit dem französischen Präsidenten über Cattenom reden. Den Grünen ist das zu wenig: "Gespräche allein helfen nicht, die tickende Zeitbombe Cattenom zu entschärfen", sagt Nabinger. Klöckner müsse ihren Einfluss geltend machen, die Abschaltung des Atomkraftwerks bei der Bundesregierung einzufordern, so Köbler.

In jüngster Zeit häufen sich wieder die Zwischenfälle in Cattenom. So kam es zu einem kleineren Brand im abgeschalteten Reaktorblock 2 in einer Dieselleitung, mit der ein Transformator mit Treibstoff versorgt wird. Mitarbeiter konnten das Feuer laut EDF mit einem Feuerlöscher löschen. Anfang Mai wurden zehn Mitarbeiter im gleichen Block, in dem es nun gebrannt hat, verstrahlt. Einen Monat später gab es dann einen ähnlichen Zwischenfall - ebenfalls im zweiten Reaktorblock: Dabei wurden vier Mitarbeiter verstrahlt.

Laut EDF hat aber in beiden Fällen keine Gefahr für die Gesundheit der Arbeiter bestanden. Über die Ursachen dieser Zwischenfälle informierte der Kraftwerksbetreiber nicht. Der zweite Reaktorblock musste im Februar bereits zwangsweise abgeschaltet werden, wegen einer defekten Pumpe im nuklearen Bereich.