1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Panzer, Kanone, Granatwerfer: Waffennarr hat Sammlung im Keller - Trierer Bundeswehr hilft bei Reparatur von Weltkriegsgerät

Panzer, Kanone, Granatwerfer: Waffennarr hat Sammlung im Keller - Trierer Bundeswehr hilft bei Reparatur von Weltkriegsgerät

Mitarbeiter der Trierer Wehrtechnischen Dienststelle haben einem reichen Waffennarr aus Kiel geholfen, seinen privaten Panzer wieder ans Laufen zu bringen. Eine Dienstleistung, für die sich nun auch die Staatsanwaltschaft interessiert.

Die Staatsanwaltschaft staunte nicht schlecht über das, was sie in einem Vorort Kiels im Keller eines reichen Rentners fand: Neben einer mehrere Meter langen Flugabwehrkanone (Flak 8.8), einem Torpedo, einem Granatwerfer und diversen Raketen stand dort ein ganzer Panther - ein mittelgroßer Kampfpanzer, wie er im 2. Weltkrieg von der Wehrmacht genutzt wurde. Liebevoll instand gesetzt. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Mann wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

Skurril an alledem ist: Die Bundeswehr wusste nicht nur von diesem Panzer. Sie half sogar dabei, ihn flott zu machen. Wie ein Sprecher des Bundesamts für Ausrüstung auf TV-Anfrage bestätigt, waren zwei Mitarbeiter der Wehrtechnischen Dienststelle 41 in Trier an der Reparatur des Motors beteiligt. "Das war kein Freundschaftsdienst", sagt der Sprecher. 28.317 Euro bekam die Trierer Dienststelle von dem Rentner - "ganz offiziell nach einem Verfahren, in dem man Leistungen für Dritte erbringen kann".

Aber hätten die Bundeswehr-Mitarbeiter das überhaupt gedurft? Hätten sie nicht Anzeige erstatten müssen, weil der Mann illegales Kriegsgerät hortet? Nach Auskunft des Bundesamts sei der Panzer in einem "demilitarisierten" Zustand gewesen: Ohne Ketten, der Turm nicht drehbar, das Rohr verspachtelt.

Laut Staatsanwaltschaft jedoch konnten bei wesentlichen Teilen keine Demilitarisierungen entsprechend vorgegebener Richtlinien festgestellt werden. Oberstaatsanwältin Birgit Heß kündigt daher an, auch die Rolle der Bundeswehr zu untersuchen. Pikant: Wie das Flensburger Tageblatt berichtet, ist der Waffennarr seit 1982 Mitglied im Verein der Freunde und Förderer der Wehrtechnischen Studiensammlung der Bundeswehr, die er immer wieder mit Spenden bedacht habe. kah

Bundeswehr birgt Weltkriegs-Panzer aus Ostsee-Villa