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Panzer Puma kostet Steuerzahler 2,3 Milliarden Euro mehr als geplant

Panzer Puma kostet Steuerzahler 2,3 Milliarden Euro mehr als geplant

Zu den Problemfällen der deutschen Rüstungsprojekte zählt auch der Panzer Puma. Die Tests in Trier haben zahlreiche technische Mängel offenbart, die Bundeswehr musste jahrelang warten und der Steuerzahler wird nun 2,3 Milliarden Euro mehr zahlen als geplant.

Gewehre, die nicht geradeaus schießen, eine Drohne, die nicht fliegen darf, ein neues Transportflugzeug, das beim Jungfernflug abstürzt - bei den deutschen Rüstungsprojekten geht so viel schief, dass Berichte über den "Schrotthaufen Bundeswehr" an der Tagesordnung sind. Bestens ins Bild passt der "Pannenpanzer" Puma, dessen Auslieferung sich wegen zahlreicher technischer Probleme erheblich verzögert hat. So konnte das Gerät sein eigenes Gewicht zunächst nicht tragen, unter Beschuss begann die Panzerung zu schwelen und die Fahrersicht war miserabel.

Erprobt wurde der Panzer in Trier. Aktuell rollt ein Fahrschulpanzer, in dem künftig Anfänger lernen, über die Teststrecke der wehrtechnischen Dienststelle 41 am Grüneberg. Denn nachdem diverse Mängel beseitigt worden waren, hat die Bundeswehr vor wenigen Wochen die Nutzungsgenehmigung für den Puma erteilt. 20 Serienfahrzeuge sind ausgeliefert. Bis 2020 sollen sämtliche 350 Exemplare für insgesamt 4,5 Milliarden Euro einsatzbereit sein.

Was von diesen Zahlen zu halten ist, zeigt der Rüstungsbericht, den Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) dem Parlament vorgelegt hat. Statt 2010 konnten die ersten Panzer erst im April 2015 genutzt werden. Zudem hat sich das Projekt um mehr als 100 Prozent verteuert. Statt der 2001 geplanten 2,2 Milliarden Euro kostet der teuerste Schützenpanzer der Welt den Steuerzahler nun 4,5 Milliarden Euro. Ursprünglich war ein Stückpreis von 5,4 Millionen Euro vorgesehen. Inzwischen werden 11,5 Millionen Euro veranschlagt.

Unter Thomas de Maizière (CDU) hatte das Verteidigungsministerium Berichte über Kostensteigerungen noch vehement dementiert. Transparenz bei Rüstungsprojekten werde im Ministerium noch nicht "von allen gelebt", beklagte von der Leyen kurz nach ihrem Amtsantritt, feuerte zwei Verantwortliche und versprach, Politik und Öffentlichkeit über Kosten und Risiken der 15 wichtigsten Rüstungsprojekte aufzuklären. Der daraus resultierende Bericht unabhängiger Experten offenbarte, dass fast alle Projekte problematisch sind, teurer werden und sich verzögern.

Im Falle des Puma prüft das für Ausrüstung zuständige Bundesamt derzeit, ob es Schadensersatzansprüche bei den Herstellerfirmen geltend macht.

Technische Pannen, zeitliche Verzögerung und 2,3 Milliarden Euro mehr als geplant - Der hohe Preis des Panzers Puma