Umgang mit Homosexuellen Papst kippt ein strenges Verbot: Im Bistum Trier brach man schon vorher die Regeln

Update | Trier · Der Vatikan gibt sich seit Montag barmherzig. Homosexuelle Paare und Geschiedene dürfen künftig den kirchlichen Segen bekommen. Woher kommt der plötzliche Sinneswandel? Und wie sind die Reaktionen im Bistum Trier, wo der Segen für queere Paare schon lange erteilt wird?

Mit Zustimmung des Papstes: Ab sofort gibt’s den kirchlichen Segen auch für homosexuelle Partnerschaften.

Foto: dpa/Sebastian Kahnert

„Was ist in der römisch-katholischen Kirche der Unterschied zwischen einem Traktor und einem schwulen Paar? Der Traktor darf gesegnet werden, das Paar nicht!“ Mit diesen Worten kommentierte Anfang 2021 der damalige Geschäftsführer des queeren Zentrums Trier, Alex Rollinger, eine Veröffentlichung der vatikanischen Glaubenskongregation. In dem Dokument wird noch einmal ausdrücklich betont, dass die katholische Kirche nicht befugt sei, homosexuelle Partnerschaften zu segnen. Das sorgte nicht nur bei der queeren Community und den katholischen Reformgruppen für Kopfschütteln. Selbst hinter dem Trierer Dom stieß das römische Papier auf Widerstand.