1. Region
  2. Rheinland-Pfalz

Parteitreffen ohne Platzhirsch

Parteitreffen ohne Platzhirsch

Ohne seinen erkrankten Vorsitzenden Michael Billen hat sich gestern Abend in Bitburg der CDU-Bezirksvorstand getroffen. Immerhin das ist jetzt klar: Für den Bezirksvorsitz wird der in die Kritik geratene Politiker nicht mehr kandidieren.

Bitburg. Es ist schon ein wenig skurril: Da trifft sich zwei Mal innerhalb weniger Tage ein wichtiges CDU-Parteigremium in Bitburg. Und ausgerechnet der in beiden Gremien amtierende Vorsitzende und Platzhirsch sitzt nicht mit am Tisch. Was aus Sicht Michael Billens wohl noch schlimmer ist: Der 54-jährige Landtagsabgeordnete aus Kaschenbach bei Bitburg ist selbst bei beiden Treffen das Hauptthema. So auch gestern Abend wieder bei der Sitzung des CDU-Bezirksvorstands.

Billen ist für mehrere Wochen krankgeschrieben, nachdem er in der sogenannten Polizeidaten-Affäre in die Kritik geraten war. Der Landtagsabgeordnete hatte eingeräumt, über seine Tochter, eine Polizistin, Daten über einen Nürburgring-Geschäftspartner aus einem Polizei-Informationssystem "abgegriffen" zu haben.

Während sich zunächst sogar CDU-Landeschef Christian Baldauf mit dem Rücktritt Billens aus dem Nürburgring-Untersuchungsausschuss begnügte ("Bei uns ist die Sache durch"), fordert inzwischen nicht nur Baldauf, Billen solle sein Landtagsmandat wie der ebenfalls als "Daten-Späher" ertappte Fraktionskollege Peter Dincher niederlegen. Dieser Forderung schloss sich gestern Abend auch eine Mehrheit des Trierer CDU-Bezirksvorstands an.

Doch bislang denkt der Eifeler Abgeordnete offenbar nicht daran - trotz der schon fast gebetsmühlenartig wiederholten Aufforderungen aus den unterschiedlichsten Parteigremien. Immerhin steht seit gestern Abend endgültig fest, wer Billen Anfang Februar als Bezirksvorsitzender beerben soll: der neue Eifeler Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder. Der 41-jährige Arzfelder wurde von den Bezirksvorständen sogar einstimmig nominiert.

"Ein Signal und Rückendeckung für den Kreisverband Bitburg-Prüm", meinte der CDU-Landesvize Günther Schartz. "Alle setzen jetzt auf Patrick Schnieder."