Partnerschaft wider Willen - Ist die Bierstadt Bitburg mit zwei französischen Kommunen verschwistert?

Partnerschaft wider Willen - Ist die Bierstadt Bitburg mit zwei französischen Kommunen verschwistert?

Bitburg hat fünf Partnerstädte. Oder sind es vielleicht sechs? Die Ansichten gehen auseinander. "Alles ein bisschen seltsam", meint ein Sprecher der Bierstadt.

Nein, so viel vorweg: Dies ist kein Aprilscherz, auch wenn die Geschichte so klingen mag. Am 24. Juni 1962 kam es im luxemburgischen Diekirch zu einer großen Verschwisterungszeremonie. An der offiziellen Feierstunde samt Vertragsunterzeichnung hätten Delegationen aus den vier beteiligten Städten Arlon (Belgien), Bitburg, Diekirch und Hayange (Frankreich) teilgenommen, heißt es auf einer Internetseite der französischen Kommune über die Partnerschaft. Das Kuriose: Auf deutscher Seite ist von einer Partnerschaft mit der nahe Thionville gelegenen lothringischen Stadt nichts bekannt. Mit Diekirch und Arlon gebe es eine Städtepartnerschaft, aber nicht mit Hayange, sagt der Sprecher der Stadt Bitburg, Werner Krämer. Wie es dazu kam, dass die Franzosen Bitburg als Partnerkommune ansehen, kann sich Krämer nicht erklären. "Irgendwie haben die damals gemeint, dass die Städtepartnerschaft auch mit uns besteht", sagt Krämer, "dabei gibt es darüber nicht einmal eine Urkunde."

Gäbe es die, wäre Bitburg wohl nicht im Jahr 1965 eine Partnerschaft mit der französischen Stadt Rethel eingegangen. Laut Krämer pflegt Bitburg zu seinen fünf "echten" Partnerstädten einen guten Kontakt, regelmäßige gegenseitige Besuche inklusive. Zu Hayange dagegen gebe es keine offiziellen Kontakte, auch wenn die Stadt früher immer mal wieder Einladungen von dort bekommen habe. "Wir fühlen uns auch nicht als Partnerstadt", sagt Stadtsprecher Krämer. Wie sich die Gegenseite fühlt, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen.

Immerhin: Bitburgs Bürgermeister Achim Kandels kommt nun nicht in die Verlegenheit, ein Glückwunschtelegramm nach Hayange schicken zu müssen. Dort eroberte nämlich bei den Kommunalwahlen ausgerechnet der Kandidat des rechtsextremen Front National den Bürgermeisterstuhl. sey