Persönliches Budget

TRIER. (jp) Ein persönliches Budget soll behinderten Menschen die Entscheidung ermöglichen, welche Hilfen sie wann, wie und durch wen in Anspruch nehmen. Sozialministerin Malu Dreyer und Landrat Günther Schartz überreichten gestern den ersten Bewilligungsbescheid an eine Frau aus Kenn.

Rheinland-Pfalz beteiligt sich an einem bundesweiten Modellprojekt zur Erprobung des trägerübergreifenden Budgets, das 2004 in 14 Modellregionen gestartet worden war. Die rheinland-pfälzische Modellregion umfasst den Kreis Trier-Saarburg, die Stadt Trier und den Landkreis Bernkastel-Wittlich. "Das persönliche Budget gibt behinderten Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung und ermöglicht in seiner trägerübergreifenden Form eine Leistung aus einer Hand", hob Ministerin Dreyer gestern beim Ortstermin in der Kreisverwaltung hervor. Die Summe kommt von verschiedenen Trägern. Die erste Budgetnehmerin aus Kenn im Kreis Trier-Saarburg erhält beispielsweise Mittel des Integrationsamtes für eine Arbeitsassistenz und Mittel des Sozialhilfeträgers zur Beteiligung am Leben in der Gemeinschaft. Das Budget bedeute auch eine größere Verantwortung, weil alle Leistungen selbst organisiert werden müssen. Landrat Günther Schartz begrüßte den innovativen Ansatz des Projektes, der darin liege, dass der Budgetnehmer nun direkt eine Summe statt wie früher eine Sachleistung erhält und dass auch der Nachweis für den Bedarf der Leistung erleichtert wurde. Der Kreis habe sich im sozialen Bereich schon mehrfach durch die Teilnahme an Modellprojekten hervorgetan, so Schartz. Im eigenen Zuhause leben

Außerdem müssen die Betroffenen nicht mehr wie bisher mit jedem einzelnen Leistungsträger verhandeln. Ziel ist es nach Angaben der Ministerin, den Menschen zu ermöglichen, selbstbestimmt im eigenen Zuhause zu leben. "Das persönliche Budget ist eine gezielte Unterstützung, um dies zu verwirklichen", sagt Dreyer.