Pflegenotstand in der Region: Wenig Personal und nicht belegte Betten

Pflegenotstand in der Region: Wenig Personal und nicht belegte Betten

Mit neuen Gesetzen sollte die Qualität der Pflege verbessert werden. Aber das dafür notwendige Personal ist nicht in Sicht. Überall in der Region gibt es Engpässe. Besonders betroffen sind die ländlichen Regionen von Eifel und Hunsrück.

Die Zahl der alten und kranken Menschen nimmt zu, die Zahl der jungen ab. In Kombination mit der Nähe zum Hochlohnland Luxemburg und der geringen Attraktivität des Pflegeberufes im eigenen Land sind das die Zutaten für eine Situation, die sich mit dem Begriff Pflegenotstand auf den Punkt bringen lässt.

"Der rollt wie ein Tsunami auf uns zu", sagt Gisela Mayer-Schlöder, Sozialdezernentin des Eifelkreises Bitburg-Prüm. Unattraktive Bezahlung, die mangelnde gesellschaftliche Anerkennung und die hohe Unzufriedenheit mit dem strengen Zeitbudget nennt sie als Ursachen dafür, dass Pflegefachkräfte in Deutschland derzeit im Durchschnitt nur sieben Jahre in ihrem Beruf aktiv sind.

Besonders angespannt ist die Situation im ambulanten Bereich, wie bei der Tagung "Herausforderung Pflege" der Wissenschaftsallianz Trier deutlich wurde. Aber auch in den Krankenhäusern, Senioren- und Pflegeheimen der Region ist es zunehmend schwer, alle Planstellen zu besetzen. So freut sich Hubert Schnabel, Direktor der Vereinigten Hospitien Trier, zwar über Qualitätsverbesserungen durch das Pflegestärkungsgesetz. Zwölf zusätzliche Vollzeitstellen seien dadurch in den drei Hospitien-Pflegeheimen für die Betreuung der Bewohner und Qualitätsverbesserungen in der Ausbildung möglich geworden. "Fachkräfte zu finden wird aber immer schwieriger." Im Sommer seien Betten zeitweise nicht belegt worden, weil dafür das notwendige Personal gefehlt habe. Wie dramatisch die Situation in manchen Alten- und Pflegeheimen der Region ist, zeigt eine Aussage der Polizei im Zusammenhang mit Vermisstenfällen. Demnach kommt es immer öfter vor, dass demente Senioren orientierungslos umherirren. Bei Stürzen in der Dunkelheit oder in einem kalten Winter kann das lebensgefährlich werden. Wegen der angespannten Situation in vielen Seniorenheimen falle die Abwesenheit der Demenzkranken oft erst Stunden nach deren Verschwinden auf.

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