Planer der Hochmoselbrücke weisen Kritik der Geologen zurück

Planer der Hochmoselbrücke weisen Kritik der Geologen zurück

Ein von Geologen gefordertes Gutachten soll klären, ob der Baugrund des Hochmoselübergangs stabil genug ist. Der Landesbetrieb Mobilität rechnet nicht damit, dass die neuen Erkenntnisse große Auswirkungen auf die Brückenkonstruktion sowie Zeit- und Kostenpläne haben.

Seit sich die Medien bundesweit mit der Frage beschäftigen , ob die Hochmoselbrücke sicher steht, kann sich die Landesregierung vor Anfragen kaum noch retten. Am Montag bezieht nun der für die Planung zuständige Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Koblenz bei einer Pressekonferenz Stellung zu den Bedenken, die das Geologische Landesamt geäußert hatte.

Die Geologen hatten sich darüber beklagt, dass der Bau vorangetrieben wird, obwohl ein wichtiges hydrogeologisches Gutachten fehle. Dieses ist aus Sicht der Wissenschaftler unerlässlich, um das Baugrundrisiko bewerten zu können. Der Faktor Wasser sei bei den Berechnungen nicht so eingeflossen, dass "man einen ausreichend sicheren Beleg dafür hat, dass die Standfestigkeit der Brücke vollständig gewährleistet ist", hatte Amtsleiter Harald Ehses dem Volksfreund gesagt.

Inzwischen ist bekannt, dass der Landesbetrieb Mobilität das Sickerwasser-Gutachten bei einem externen Fachbüro in Auftrag gegeben hat. Die rund 160 Meter hohe und 1,7 Kilometer lange Brücke bei Zeltingen-Rachtig (Kreis Bernkastel-Wittlich) soll 2016 fertig werden. Anwohner und Winzer protestieren seit Jahren dagegen .

Anders als für Ehses stellt dieses neue Gutachten für Diplom-Ingenieur Bernd Hölzgen - den für den Brückenbau verantwortlichen Leiter des LBM - jedoch lediglich ein Detail dar, das bei der Frage der Sicherheit nicht ins Gewicht falle. Zwar könne es sein, dass aufgrund der neuen Erkenntnisse bisher ungeplante Drainagen gebaut oder Pumpen installiert werden. "Allerdings ändert das nichts an der Konstruktion. Wir erwarten deswegen auch keine Kostensteigerung", sagt er. Das gehöre zum ganz normalen Bauprozess.

Auch die Tatsache, dass der Hang konstant rutscht, bewertet der Ingenieur als unproblematisch. Die Pfeiler hätten oben etwa zwei Meter Spiel, um sich zu bewegen. Zudem könnten Schwachstellen einzelner Pfeiler von den übrigen kompensiert werden. Aus geologischer Sicht ist der als Rutschhang kartierte Baugrund extrem kompliziert. Festes Gestein gibt es erst ab einer Tiefe von 70 Metern.

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