Politiker, Wanderer, Brückenbauer

Politiker, Wanderer, Brückenbauer

TRIER. Konrad Schubach ist tot. Im Alter von 92 Jahren starb der ehemalige Regierungspräsident und Landrat von Bitburg und von Trier am Montag in Trier.

Landrat, Regierungspräsident, Staatssekretär, oberster europäischer Wanderer - Stationen im Leben von Konrad Schubach. Kaum einer prägte die Region in den 50er- und 60er-Jahren derart wie der am 9. Mai 1914 in Ahrweiler geborene Kaufmanns-Sohn. Der damalige Ministerpräsident Peter Altmeier schickte 1952 den jungen Juristen, der innerhalb von zwei Jahren zu seinem persönlichen Referenten aufgestiegen war, als Landrat nach Bitburg. Er sollte dort nach dem Krieg gute Beziehungen nach Luxemburg und zu den französischen Besatzern herstellen. Innerhalb kurzer Zeit baute Schubach Kontakte über die Grenze auf, die weit über das Politische hinaus gingen. Sichtbarer Ausdruck dieser Verbindung ist der von ihm mitgegründete deutsch-luxemburgische Naturpark. Rückblickend bezeichnete Schubach die Bitburger Jahre als schönste Zeit seines Lebens. Demnächst sollte er für sein dortiges Engagement mit der neu geschaffenen Eifel-Ardennen-Plakette vom Kreis Bitburg-Prüm ausgezeichnet werden. Kämpfer für die Mittelbehörden

Zehn Jahre lang war Schubach Landrat in der Eifel, bevor er 1962 in gleicher Position nach Trier wechselte. Zwei Jahre später wurde der 50-Jährige Regierungspräsident des Regierungsbezirks Trier. Der 2000 aufgelösten Bezirksregierung trauerte Schubach noch lange nach. Bereits in den 60er-Jahren kämpfte er erfolgreich dagegen, die Mittelbehörden abzuschaffen. Als Regierungspräsident war Schubach auch maßgeblich an der Neugründung der Universität Trier 1970 im Stadtteil Tarforst beteiligt. 1973 wechselte er als Staatssekretär ins Mainzer Landwirtschaftsministerium. Auch dort machte er sich für die Region stark. 1979 wurde Schubach pensioniert. Weggefährten bezeichnen ihn als ruhelosen "Verwaltungsmensch mit Herz, ein Politker aus Fleisch und Blut, der das Ohr am Volke hatte". Spät entdeckte Schu-bach seine Leidenschaft fürs Wandern: Fast 20 Jahre lang war er Vorsitzender des Eifelvereins, von 1976 bis 1993 Präsident des Verbandes Deutscher Gebirgs- und Wandervereine und von 1979 bis 1985 schließlich Präsident der Europäischen Wandervereinigung. Wandern, so sagte er einmal, sei für ihn die aktive Gestaltung der Umwelt. Mit dem Konrad-Schubach-Natur-und-Kulturpreis des Eifelvereins soll besonderes Engagement im Naturschutz gewürdigt werden. Schubach, Vater von vier Kindern, Großvater von acht Enkeln und Urgroßvater von zwei Urenkeln lebte zuletzt in Trier. Am Montag starb der Träger des Bundesverdienstkreuzes und der Großoffizier des Verdienstordens von Luxemburg im Alter von 92 Jahren.

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