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Polizei erhöht nach Massenschlägerei Präsenz in Trierer Flüchtlingsheim

Polizei erhöht nach Massenschlägerei Präsenz in Trierer Flüchtlingsheim

Nach einer Massenschlägerei unter albanischen und syrischen Asylbewerbern in der Trierer Aufnahmeeinrichtung am Montagabend soll nun die Polizeipräsenz dort verstärkt werden. Ein Bewohner wurde dabei verletzt.

Innenminister Roger Lewentz ist geschockt, als er am Dienstagmorgen zusammen mit der Staatssekretärin des rheinland-pfälzischen Innenministeriums, Margit Gottstein, in der Aufnahmeeinrichtung im Trierer Stadtteil Euren eintrifft, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Lewentz weiß, dass die Schlägerei unter albanischen und syrischen Bewohnern am Montagabend in der mit 1460 Bewohnern aus 16 Nationen völlig überfüllten Einrichtung Wasser auf die Mühlen von Rechtsradikalen sein kann. Der Minister spricht von einer "großen Herausforderung". "Wir tun alles, was wir tun können, um die Menschen hier zu schützen", sagt Lewentz. Ab sofort soll es ständige Polizeistreifen in der Aufnahmeeinrichtung geben und keine organisierten Fußballspiele mehr, um solche Vorfälle zu verhindern.

Bei einem Fußballspiel war es am Montagabend zu der Schlägerei gekommen . "Einige Dutzend" Albaner und Syrer waren laut Polizeipräsident Lothar Schömann in Streit geraten. Kurz nach 21 Uhr wurde die Polizei gerufen. 76 Beamte seien im Einsatz gewesen, sagt Schömann. Ein Mann sei bei der Schlägerei verletzt worden. Zwei Albaner und ein Syrer habe die Polizei in Gewahrsam genommen.

Nach der Schlägerei sei es zu einer Sitzblockade von Syrern, die sich von Albanern bedroht fühlen, in der Einrichtung gekommen. Es sei nicht zum ersten Mal, dass es dort zu solchen Auseinandersetzungen gekommen sei, so Schömann. Auch am Dienstagmorgen musste die Polizei schlichtend einschreiten, als es erneut zum Streit von aufgebrachten Syrern und Albanern gekommen ist.

Staatssekretärin Gottsein sieht in der beengten Unterbringung einen Grund für das Aggressionspotenzial unter den Bewohnern. "Wir sind mehr als voll", sagt Einrichtungsleiter Frank-Peter Wagner. Ursprünglich sollten in der ehemaligen Kaserne in Trier-Euren nicht mehr als 180 nur männliche Asylbewerber untergebracht werden. Nun leben auch zahlreiche Familien mit Kindern unter anderem in Zelten und in einer Sporthalle.

In der Hauptstelle der Aufnahmeeinrichtung in Trier-Nord leben 1742 Asylbewerber. Auch dort mussten zusätzliche Zelte aufgebaut werden.In Bitburg sind 228 Flüchtlinge in Zelten auf dem Flughafen untergebracht. Ab November soll in Hermeskeil eine zusätzliche Aufnahmeeinrichtung eröffnet werden.