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Polizei: Reifenstecher ist Einzeltäter

Polizei: Reifenstecher ist Einzeltäter

Bei der in der Region beispiellosen Serie von Hunderten aufgeschlitzter Autoreifen innerhalb einer Nacht geht die Polizei von einem Einzeltäter aus. Ein Augenzeuge hat einen Mann beobachtet, der sich an einem Auto zu schaffen macht. Ein Video zeigt ihn sogar – allerdings nur schemenhaft.


Noch am Mittwochmorgen heißt es auf Nachfrage des TV bei der Polizei Trier: Es gibt nichts Neues zum Reifenstecher. Seit mehr als zwei Wochen rätselt die Region, wer hinter der Zerstörung Hunderter Autoreifen in der Nacht zum 27. August in der City steckt (der TV berichtete). Die Polizei tappt anscheinend immer noch völlig im Dunkeln.

Ganz neue Erkenntnisse

Um 16.48 Uhr schlägt in den Redaktionen überraschend eine Pressemitteilung der Polizeiinspektion Trier auf - mit völlig neuen Erkenntnissen. "Die bisherigen Ermittlungen ergaben, dass es sich vermutlich um einen Einzeltäter handelte. Dieser wurde von einer Videokamera, jedoch nur schemenhaft, bei der Tatausführung aufgenommen und in einem Fall von einem Augenzeugen beobachtet."

Es folgt eine recht detaillierte Beschreibung auf Basis der Zeugenaussage. Demnach ist der verdächtige Mann etwa 40 Jahre alt, zwischen 1,75 und 1,80 Meter groß und etwa 85 Kilogramm schwer. Weiter heißt es: "Ein leichter Bauchansatz war sichtbar. Die Person hatte langes dunkles Haar, hinten zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Der Mann trug ein kurzärmeliges weißes Hemd oder Shirt und eine lange mitteldunkle Hose."

Belohnung von 2500 Euro

Die Polizei fragt, wer in der besagten Nacht jemanden gesehen hat oder jemanden kennt, auf den die Beschreibung zutrifft. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat und zur Täterermittlung führen, hat die Staatsanwaltschaft Trier eine Belohnung von 2500 Euro ausgesetzt.

Bisher haben 241 Betroffene bei der Polizei Schäden an den Reifen ihrer Fahrzeuge angezeigt. Meist wurde nur ein Reifen, mehrfach aber auch zwei und mehr Reifen an einem Auto durch einen Stich mit einem Messer oder mit einem sonstigen spitzen Gegenstand beschädigt.

Die Ermittler berichten von sehr gefährlichen Situationen, da einige Autofahrer den Schaden zunächst nicht bemerkten und losfuhren: "Die beschädigten Reifen platzten in zwei Fällen auf der Autobahn. Nur durch glückliche Umstände konnten die Fahrer schlimmere Folgen verhindern." Aktuelle Schätzung des Sachschadens: mehr als 40.000 Euro. Die Spur der Beschädigungen zieht sich von der Karl-Marx-Straße durch die Innenstadt über Trier-Kürenz bis nach Trier-Süd. Die Tatzeiten liegen etwa zwischen 23.30 und 4.30 Uhr. Im Bereich Palastgarten war der Täter etwa um Mitternacht zugange, in Kürenz zwischen 3 und 4 Uhr.

Hinweise zu den Vorfällen nimmt die Polizeiinspektion Trier unter Telefon 0651/9779-3200 entgegen.Extra: Das Video

Die Polizei plant derzeit nicht, das Video aus der Tatnacht zu veröffentlichen. Laut Ermittler Hans-Gerhard Becker sei darauf wenig zu erkennen. Zudem bestünden für Bildveröffentlichungen von Menschen im Zusammenhang mit Straftaten hohe rechtliche Hürden. Aus Datenschutzgründen nennt die Polizei auch nicht die Straße, in der die private Überwachungskamera installiert ist. cus