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Polizei stoppt Zug wegen Corona-Patienten

Pandemie : Polizei stoppt Zug wegen Corona-Patienten

Passagiere hörten ein Telefongespräch des Infizierten und informierten die Zugbegleiter. Was danach passiert ist und was die Fahrgäste nun erwartet.

Am Trierer Hauptbahnhof durfte am Freitagmittag gegen 13 Uhr ein Zug wegen eines Mannes, der mit dem Coronavirus infiziert ist, nicht weiterfahren.

Passagiere des Zugs hatten zuvor ein Telefongespräch des Franzosen mit seinen Eltern mitbekommen. Bei dem Gespräch habe der Mann auf Französisch geschildert, dass er Corona-Symptome habe und deswegen in Frankreich einen Test gemacht habe. Das Ergebnis liege allerdings noch nicht vor.

Die Mitpassagiere informierten die Zugbegleiterin über das Telefongespräch, die wiederum die für die Sicherheit an Bahnhöfen zuständige Bundespolizei in Kenntnis setzte. Als der Zug rund 20 Minuten später in Trier ankam, mussten alle Passagiere aussteigen, wie die Bundespolizei entsprechende TV-Informationen am Montagnachmittag bestätigte.

Der Franzose wurde befragt und in ein Trierer Krankenhaus gebracht. Dort wurde festgestellt, dass er mit dem Corona-Virus infiziert und auch erkrankt ist, wie das Gesundheitsamt am Montagnachmittag auf TV-Nachfrage mitteilte. Der Mann habe milde Symptome und befinde sich in stationärer Behandlung.

Die rund 30 Passagiere, die im gleichen Großraumabteil wie der Infizierte saßen, mussten am Bahnsteig ihre Personalien bei der Polizei angeben. Das dauerte laut Polizeibericht insgesamt rund zwei Stunden. Anschließend durften alle Passagiere mit anderen Zügen weiterfahren oder ihrer Wege gehen.

Weil der Franzose auch während des Telefongesprächs eine Maske getragen habe und alle anderen Passagiere ebenfalls, seien weitere Corona-Tests unter den Reisenden des Zugs nicht notwendig, erklärte Gesundheitsamt-Pressesprecher Thomas Müller. „Nach den Festlegungen des Robert Koch-Instituts haben wir die weiteren Passagiere als Kontaktpersonen zweiten Grades eingestuft. Prophylaktische Tests sind bei Kontaktpersonen zweiten Grades nicht vorgesehen, da mit den Masken die Regeln eingehalten wurden und kein direkter Face-to-Face-Kontakt zu dem Infizierten bestand“, erläutert Müller.

Auch die Passagiere, die im direkten Umfeld des Franzosen saßen, würden nicht getestet. Behördliche Quarantäne-Anordnungen wurden nicht ausgesprochen, lediglich die Empfehlung, bis zum heutigen Montag sich möglichst zu Hause aufzuhalten, erläutert Behördensprecher Müller.

Sofern einer der rund 30 Passagiere Symptome entwickele, sich testen lasse und in den nächsten Tagen dann das Ergebnis vorliege, würde das von der jeweiligen Stelle dann an das Gesundheitsamt Trier weitergegeben, erläutert Müller. So könnten dann mögliche Infektionsketten nachverfolgt und festgestellt werden.