Polizei sucht Sexualtäter

Polizei sucht Sexualtäter

Mit einer grenzüberschreitenden Fahndung will die Polizei einen Serien-Sexualtäter aufspüren. Die Ermittler in Krefeld berichteten am Dienstag, dem unbekannten Mann würden aus den vergangenen 19 Jahren rund 70 Sexualstraftaten, darunter Vergewaltigung, zur Last gelegt.

Krefeld. (lnw) Die Tatorte liegen vor allem im Köln-Bonner Raum sowie bei Eupen in Belgien: Die Polizei ist einem Sexualstraftäter auf der Spur, der seit fast zwei Jahrzehnten sein Unwesen treibt. Erschwert werden die Ermittlungen dadurch, dass Opfer den Mann unterschiedlich beschreiben. "Der ist für uns eine Art Chamäleon", sagte gestern ein Polizeisprecher.

Durch eine DNA-Analyse sind dem Mann neun Straftaten nachgewiesen worden. Weitere 60 Fälle könnten wegen der ähnlichen Vorgehensweise hinzukommen.

Der vermutlich 35 bis 50 Jahre alte, dunkelhaarige Mann soll sich in Häuser oder Studentenwohnheime eingeschlichen und dort Frauen vergewaltigt haben. In Altenheimen hat er Pflegerinnen missbraucht.

In etwa 45 Fällen hat sich der Mann nach Erkenntnis der Ermittler als behindert ausgegeben und um Hilfe beim Urinieren gebeten. Bei dieser "Mitleidsmasche" stellte sich jedoch schnell heraus, dass er eindeutig sexuelle Motive hatte.

Mittels DNA-Analyse wiesen die Ermittler dem "Phantom" nun Taten im deutschsprachigen Belgien zu. Auch in Saarbrücken, Düsseldorf, Aachen, Krefeld sowie im niederländischen Steyl hat er vereinzelt zugeschlagen. Die Polizei hofft auf Hinweise, die zum Täter führen. Bislang ist bekannt, dass er von unscheinbarer Gestalt und Körpergröße ist. "Das Auffällige an ihm ist seine Unauffälligkeit", sagte Kriminaldirektorin Anette Cruel, "er ist der unscheinbare Nachbar, dem niemand diese Tat zutraut".

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