Polizei und Verbraucherschützer warnen vor aggressiven Abzockern - Landeskriminalamt rät: Am Telefon auflegen

Polizei und Verbraucherschützer warnen vor aggressiven Abzockern - Landeskriminalamt rät: Am Telefon auflegen

Immer mehr Menschen werden Opfer von Abzockern, vor allem im Internet. Das Mainzer Innenministerium, das Landeskriminalamt und die Verbraucherzentrale des Landes warnen und geben Tipps, wie man sich schützen kann.

Betrüger schrecken auch vor Politikern nicht zurück. Diese Erfahrung hat gerade Innenminister Roger Lewentz machen müssen. In einem Fax aus Barcelona wurde ihm eine Erbschaft eines vermeintlichen Verwandten aus den USA über rund elf Millionen Euro avisiert. "Auch ein Innenminister freut sich über einen derartigen Gewinn - der sich aber schnell als erster Schritt eines möglichen Betruges herausstellte", sagt Lewentz.

Laut Ulrike von der Lühe, Vorstand der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, werden die Methoden der Betrüger "immer perfider und aggressiver". Täglich meldeten sich verunsicherte Bürger mit unseriösen Gewinnversprechen, angeblich nicht beglichenen Inkassoforderungen und untergeschobenen Verträgen.

Die Kriminalstatistik belegt eine starke Zunahme der Vermögens- und Fälschungsdelikte. 2013 wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Trier 5650 Fälle registriert, 400 mehr als im Jahr zuvor. Allein der Internet-Warenbetrug ist um 281 Fälle gestiegen.

Aktuell meldet die Kriminalinspektion Wittlich einen Fall, bei dem ein unbedachter Bürger von Internetbetrügern als "Paketagent" missbraucht wurde. Er sollte Pakete mit Laptops, Handys oder Fotokameras umadressieren und nach Osteuropa weiter versenden. Dafür sollte er laut Arbeitsvertrag 2200 Euro im Monat erhalten. Dann stellte sich heraus, dass die Waren mit illegal erworbenen Kreditkartendaten bezahlt worden waren.

Auch der "Enkeltrick", bei dem ein vermeintlicher Verwandter um finanzielle Hilfe bittet, wird immer wieder von Abzockern angewandt. Laut Landeskriminalamt (LKA) wurden 2013 landesweit 666 Fälle registriert. Der Schaden: rund 460000 Euro.

LKA-Chef Wolfgang Hertinger rät: "Die Betrüger am Telefon führen ihre Gespräche oft sehr geschickt - gar nicht darauf einlassen, sondern besser auflegen." Die Verbraucherzentrale klärt im Internet regelmäßig über neue Maschen auf und stellt für Betroffene Musterbriefe bereit, mit denen sie sich wehren können.

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